Basho Fury Sumō – sehr spannend

Ich bin mir recht sicher, jeder hat schon mal irgendwo auf Youtube oder im TV einen Sumō-Wettkampf gesehen. Dicke, japanische Männer in seltsamen Unterhosen stehen auf einer Plattform und versuchen sich gegenseitig wie zwei dicke, ungelenke Käfer runter zu schupsen. Irgendwie ist das Ganze zudem was Traditionelles und aus unserer westlichen Sicht halt was Kurioses. So weit, so gut. So kennen wir das wohl alle im grauen Alltag. Nun…

Ich stöbere ja gerne immer wieder mal ein wenig herum, oft auf der Suche nach neuen Spiel-Ideen und Konzepten, und bin dieses Mal bei Sideline Strategy Games nebenbei auch auf Basho Fury Sumo gestoßen. Ich hatte die Sub-Seite mit dem Spiel tatsächlich schon öfters vor der Nase, aber irgendwie jedes Mal dann doch ignoriert, mir aber dann vor ein paar Tagen gedacht, naja… vielleicht wäre es ja als so kleiner Blog-Eintrag hier doch interessant. Und ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung, denn ich hatte mich mit Sumo bisher nur sehr oberflächlich beschäftigt und wurde überrascht.

Natürlich kenne ich auch die diversen TV-Übertragungen und habe ein paar Minuten mal da und dort reingeschaut, aber es fühlte sich immer sehr… naja, die Ringen halt miteinander, sind fett, schauen manchmal auch eher nicht so „gut“ aus und die Kämpfe sind meistens nach ein paar Sekunden vorbei und das war es halt irgendwie. Aber Asche auf mein Haupt!

Nachdem ich mich durch das Spielheft mitsamt diversen Charts, das aus ca. 18 Seiten besteht, durchgelesen hatte, war ich dann doch neugierig und auch etwas überfordert von der Vielfalt der Ergebnisse, so dass ich mir am Abend auf Youtube mal solche Wettkämpfe näher angeschaut hatte. Und auch das Rundherum, also die Vorbereitungen, die Abläufe und erst durch das Spiel hier in Kombination dann schließlich auch die Erkenntnisse, dass jede Bewegung eigene Bezeichnungen und Erklärungen hat. Somit ging es weiter zu diversen Erklärbär-Webseiten, die auch alle sonstigen Elemente, also die Kleidung, die Jury-Mitglieder, den visualisierten Schrein, das geworfene Salz und so weiter genauer erklären…. schon interessant!

Hier ein Ritual-Beispiel via Youtube, das man sonst wohl nicht so oft sieht, weil man sich bei uns hier im Westen meistens nur auf den direkten Kampf fokussiert. Aber je mehr man sich mit dem Davor und Danach beschäftigt, umso faszinierender wird Sumo, auch eben aufgrund der rituellen Bezügen und der Historie.

Vor allem erklärt sich nun auch viel besser, warum im Regelheft mehr als 80 verschiedene Bewegungen und Würfe abgebildet und erklärt sind. Auch das war mir bisher nicht so bewusst, wie sehr detailliert diese Kämpfe sind und dass es für Alles eigene Begriffe gibt. Diese kommen eben auch in dieser Würfel-Simulation vor.

Das Spielprinzip ist wieder sehr ähnlich zu den anderen, bereits erwähnten Spielen hier im Blog, zudem gibt es bei Basho Fury Sumo auch Spielerkarten, die ich mal wieder ausgedruckt und deren Ecken ich abgerundet habe.

Nach den Videos und der Erklärung auf den verschiedenen Webseiten ist mir eben auch erst der Bezug bzw. die Herkunft der auf den Karten angeführten Worten klar geworden… sie sind eben die Würfe bzw. Bewegungen, mit denen der Kampf ausgetragen wird. Klassisch werden hier mittels zwei d6 Würfeln wiederum die Spielerwerte und Einstufungen vs. diverser Eventcharts in diesem Spielprinzip definiert und dadurch ein Sieger entschieden.

Spannend wird das Ganze weiter, wenn man wieder das innere Kopfkino laufen lässt und sich beispielsweise auch mit den „Priestern“ in Sumo auseinander setzt, also der Typ im bunten Gewand, der gerne rumschreit und irgendso ein Ding in der Hand hält, das fast nach einem Handspiegel ausschaut – hier ein Youtube-Video zu dem Thema.

Sogesehen ein netter Fund für eine kleine Würfel-Simulation mal eben zwischendurch, die aber zudem noch ein paar nette Stunden mit einem – für mich bisher – eher Rand-Thema verschafft hat, das man sich sonst wohl nicht zu Gemüte geführt hätte, aber eigentlich doch faszinierend und beeindruckend ist und viel mehr Aufmerksamkeit verdient!

Hier übrigens noch ein einfaches Eklärbär-Video und noch eines auf Youtube.

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