Ausgedruckt: Fall Classic Baseball

Die Sonne scheint, der Schnee liegt, es ist windig und kalt und zugleich hat man irgendwie das Gefühl, dass man gerne einen Frühlingstag ausleben möchte… tja, schwierig. Zudem gehen die Wochenenden mittlerweile irgendwie so unglaublich schnell vorbei, dass man das Gefühl hat „Einmal Augen zu und es ist schon wieder Montag“, da wirklich abzuschalten und sich zu entspannen ist gar nicht so leicht. Aber damit habe ich erst recht einen Grund, ein wenig morgendliche Zeit in das kleine Hobby nebenbei fließen zu lassen, um zumindest den Kopf mit anderen Dingen auszufüllen.

Fall Classic Baseball Game. Ich kannte es bisher nicht und es dürfte auch so eher ein Geheimtipp unter Baseball-Brettspiel-Fans sein und ganz so Viele davon dürfte es auch nicht geben mehr gefühlt, denn egal wo man hinschaut, man stolpert immer wieder über die selben Menschen bzw. Gruppen und auch auf Youtube und anderen Kanälen sowie in Foren hat man schnell diese kleine Welt überblickt. Aber auch kein Wunder, denn Europa fällt hier mal recht flach bei diesem Sport und Länder wie Japan und Co. haben ihre ganz eigene Szene und auch Sprache, was es damit auch schwierig macht. Indien und dergleichen sind eher wiederum auf Cricket fokussiert und so geht es halt dahin.

Aber werfen wir mal einen Blick auf dieses Spiel. Tatsächlich kann man sich die Spielregeln und eine Basis auf www.fallclassicbaseball.com für den Anfang selber herunterladen und ausdrucken und wenn man mag, kann man sich dann einzelne Saisonen im ASG Shop dazukaufen, wo man dann das komplette Spielerset erhält. Entweder ebenfalls als Download zum Ausdrucken oder man lässt sie sich produzieren und zuschicken. Was ich sogar aus qualitativen Gründen empfehlen würde, aber dazu komme ich später noch. Die Basis-Erklärung und das Regelheft haben einen Umfang von ~30 Seiten, inklusive diverse Charts und Zusatzinformationen.

Wenn man sich so die Meinungen und Kommentare durchliest, dann ist der allgemeine Tenor, dass es sozusagen eine Mischung zwischen Strat-O-Matic Baseball, Replay Baseball und auch deutlich weiter als APBA Baseball ist. Es gilt als detaillierter, ohne aber die zu große Komplexität zu haben, wie die anderen Spiele mit ihren Advanced oder Master Rules. Bedeutet nicht, dass ich selber dazu qualifiziert Feedback geben kann, denn dazu bin ich generell mit allen Spielen und ihren Regeln zu schwach und lerne ständig weiter dazu, aber vom dem ersten Durchblättern würde ich zumindest bestätigen, dass hier alle Bedürfnisse eines Baseballspieles abgedeckt sind. Oder zumindest scheinen.

Nachdem der Umfang nicht so groß ist, habe ich es auch gleich in Farbe ausgedruckt, zwar leider unabsichtlich auf dem dünneren Papier, aber man merkt, dass die Farb-Nuancen bei den Inhalten sehr hilfreich sind und auch einen Hintergrund haben – also damit das Spiel erleichtern. Allerdings gilt so wie bei allen Baseball-Brettspielen: die Basis ist mehr oder weniger immer recht gleich, für den gesamten Umfang aber braucht man auch die Spieler und Saisonen… also schauen wir uns das auch mal an.

Hier kommt meine persönliche Meinung… da der Import und Versand von gedruckten Karten aus den Vereinigten Staaten eine teure und langwierige Sache ist, habe ich mir und auch weil ich es nur mal ausprobieren und kennenlernen möchte, um kleine 16~ Euro die 1986er Saison mit 28 Teams als PDF-Download geholt und davon mal ein (!) Team ausgedruckt und zwar die „Atlanta Braves“. Aber zugegeben ist es mühsam. Spielkarten, vor allem in einem großen Umfang und die man später sauber stapeln möchte, selber formgerecht zuzuschneiden, ist eine Herausforderung. Ich habe mir zwar viel Mühe gegeben, aber ganz sauber bekommt man es auch nicht so wirklich hin – zumindest nicht mit den limitierten Möglichkeiten, die ich für sowas habe.

In Relation zu ~40 Euro (allerdings ist das noch ohne Versand), wo man dann hunderte Karten einer ganzen Saison vorgedruckt und sauber geschnitten und abgepackt hat, sowie auch noch auf dickerem Papier, muss man sich wirklich überlegen, was Sinn macht. Ich habe für mich beschlossen, dass ich das Spiel mal anteste, kennenlerne und sollte ich irgendwie in das Spiel stürzen und es lieben, dann würde ich mal in der Zukunft eine oder zwei Saisonen importieren. Aber jetzt bleiben wir mal bei der Hand-Arbeit…

Nach vielem Herumschnippseln und hier noch einen Millimeter und da noch einen und das ganze etliche Male, denn mein Schneide-Hebel schafft auch nur ca. 10 lagen Papier auf einmal, habe ich es zumindest grob geschafft, dass man die Karten relativ okay auf einen Stapel setzen kann. Man muss aber dazu sagen, dass das hier nur Standard-Kopier-Papier ist, also viel zu dünn, beim nächsten Versuch würde ich die Karten auf dickeres Papier drucken. Das bedeutet zwar noch öfter Herumschneiden, wegen der dicken Lagen dann, aber die Haptik wäre dann eindeutig besser.

Am Ende hat man dann ~50 Karten und damit eines der Teams von insgesamt 28 Teams ausgedruckt. Auch deswegen muss man sich den Aufwand von Ausdrucken, Zuschneiden, Anpassen und der Papierqualität nochmal durch den Kopf gehen lassen und ob dann mittelfristig ein Import nicht mehr Sinn macht, wenn man alle Teams gerne vor sich stapeln und nutzen möchte.

Ansonsten ist das Spielprinzip schnell erkennbar… auch hier würfelt man mit zwei Würfeln und deren Augen-Zahlen ergeben dann das Resultat auf der Karte. In den meisten Fällen hat man damit auch schon bereits das Ergebnis, in einigen Fällen helfen dann die Zusatz-Tabellen und Charts im oberen Heft-Ausdruck weiter. Das Spielprinzip ist damit recht ähnlich zu Strat-O-Matic.

Die Basis-Variante (Easy) dürfte einigermaßen schnell zu verstehen sein, soweit ich es bisher gesehen habe, während die Advanced-Variante dann schon deutlich mehr Umfang hat. Hier scheitere ich dann allerdings auch bei den anderen Spielen dann schnell an der Komplexität und zwar nicht wegen den Regeln, sondern eher daran, dann auch noch am Ball zu bleiben und nach dem Durcharbeiten eines Spielzuges nicht mehr zu wissen, wo man eigentlich gerade mit wem was wie zuvor gemacht hat?! Und was war nochmal der Wert eben? 21? 12? Aso, moment, nein, diese Spalte… stimmt. Und so weiter.

Also schauen wir mal… ich werde es ebenso wie Strat-O-Matic die nächsten Tage immer wieder mal kurz ausprobieren und kleine Runden am Abend oder in der Früh testen und versuchen und dann mal schauen, wie es sich so anfühlt oder ob ich an der Materie scheitere. Immerhin ist es auf jeden Fall ein gutes Gehirntraining für so alte, senile Senioren wie mich.

Ich habe dann noch einen Testausdruck eines anderen Teams auf dickerem Papier ausprobiert, aber wie man rechts sieht, ist es trotzdem nicht so leicht und es wird manchmal leicht schief, franst aus und so weiter. Natürlich geht es mit noch mehr Geduld und Zeit, auf der anderen Seite wird der Aufwand dann fast zu hoch. Wenn ich mal mehr Lust und Laune habe, dann würde ich mir eine Zuschnitthalterung in der passenden Kartengröße erstellen, so dass wirklich jeder Zuschnitt immer gleich groß und ident bzw. rechtwinklig ist.

Aber ja, auf dickerem Papier fühlt es sich auf jeden Fall gleich um Welten besser an. Das wirkt dann schon mehr nach Brettspiel quasi und macht Lust auf mehr. Sollte ich noch weitere Karten selber ausdrucken, müsste ich mir aber noch überlegen, ob ich die Karten dünn lackiere oder foliere, um sie haltbarer und stabiler zu machen, auch hätte ich gerne die Ecken leicht abgerundet.

Mal schauen… man kann sich mit diesen Dingen halt wirklich herrlich ausgiebig beschäftigen und seine Freizeit vertun. Ist aber auch großartig!

Nachdem das Wetter scheinbar wieder (temporär) wärmer wird, wollte ich den Ausdruck heute kurzfristig mitnehmen, um es mir draußen in der Sonne ein wenig durchzulesen, allerdings ist loses Papier nicht so toll zum Herumtragen und das Papier lochen oder heften ist auch immer so… naja. Also habe ich jetzt für das nächste Mal stattdessen Buchfolie genommen und die äußeren Seiten damit zum Schutz beklebt.

Und danach die inneren Seiten mit zusätzlichen Streifen jeweils zusammengeheftet, wie bei einer Buchbindung. Damit ist es ein richtiges Heftchen geworden, das man sich leicht mitnehmen kann und auch einige Transporte im Rucksack und die „wilde“ Nutzung auf einer sonnigen Park-Bank gut übersteht. Mehr brauche ich nicht. Empfehle ich das auch? Nein. Absolut nicht.

Erstens kostet es neben der Folie (Geld) auch noch Zeit und Nerven. Ich habe sicherlich mehr als 20 Minuten für die paar Seiten gebraucht und naturgemäß ist es nicht ganz perfekt oder gerade. Die Klebestreifen sind wellig geschnitten, weil sich die Folie natürlich rollt, die Schere sich verkantet und beim Abziehen der Schutzstreifen sich mal schnell mit sich selber verklebt, man bleibt wo versehentlich hängen, es ist statisch aufgeladen, das Papier rutscht dadurch weg und so weiter.

Man sollte immer die Relation dazu sehen und den eigenen Aufwand sich selber in Rechnung stellen. Ich mache sowas gerne, es ist eine Beschäftigungstherapie, lenkt vom Alltag ab und entspannt am Ende dann doch, aber manchmal wäre ein fertiger Druck bzw. Bestellung dann doch einfacher (wenn auch in dem Fall so nicht leicht möglich gewesen).

Vermutlich kann man mit den richtigen Tools so etwas leichter bewerkstelligen, beispielsweise die Seiten vorher einfach laminieren mit einem Laminiergerät oder dergleichen und dann nur mehr heften oder verkleben, aber ich denke, sollte ich nochmal irgendein Baseball-Spiel aus diesem Genre entdecken, wo der „Will haben“-Effekt zum Tragen kommt, dass ich lieber ein paar Dollar überweise und am Ende ein („schönes“) fertiges Produkt in den Händen halte.

Okay, ich habe es nochmal ausprobiert und nach einem kleinen Abend-Spaziergang zwei weitere Teams auf einem 200 Gramm Papier ausgedruckt und dann zugeschnitten. Dieses Mal habe ich kleine Metall-Leisten mit Klebenband auf der Schneidefläche befestigt und diese als eine Art von Zuschnitt-Schiene genutzt.

Und ich muss sagen, dass ich mehr als zufrieden bin. Ich denke, für quasi eine Art von Freihand-Schnitt und in Hinblick darauf, dass ich jede Karte einzeln Stück für Stück zuschneiden musste, ist das Ergebnis mehr als nur brauchbar und könnte fast produzierten Karten entsprechen.

Zwar ist es noch immer eine kleine Spur zu dünn, mit 250 Gramm beim Papier würde man sich schon mehr dem Standard annähern, aber natürlich findet man sowas nicht mal eben im Geschäft ums Eck. Dort endet es bei 200 Gramm, aber ich werde mal ein bisschen in der Umgebung rumschauen und dann auch hoffen, dass der Drucker damit zurecht kommt (was aber eigentlich durchaus gehen müsste, weil er recht gerade durchzieht).

Zwar ist die ganze Aktion recht sinnbefreit, denn einerseits ist es nur bedrucktes Papier, der Aufwand hoch, der Nutzen gering, der Alltagseinsatz selten und einen Mehrwert hat das Ganze auch nicht, aber trotzdem fühlt es sich gut an und es hat ein bisschen was Meditatives an sich. Für die Abendstunden eine gute Beschäftigung, vor allem mit guten Filmen nebenbei. Mittlerweile verstehe ich auch bereits den größten Teil der Angaben auf der Karte, was ebenso zusätzlich Freude macht.

Es sind die kleinen Dinge, die im Leben zählen.

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