US-Import: Strat-O-Matic Brettspiel

Es hat geklappt…

Gerundet hat der Import nun fast ein Monat gedauert und einiges an Nacharbeit erfordert, sowie mehr als 40 Tracking-Stationen, aber am Ende ist das Paket nun doch bei mir gelandet. Zwar etwas verbeult und der Spielekarton selber hat auch einige Schäden an den Kanten abbekommen und die Retro-Packung, die dabei sein hätte sollen, hat es nicht geschafft, aber bin ich glücklich und der Inhalt, das Wichtigste, hat überlebt!

Wirklich empfehlen kann ich den Aufwand und die Kosten für so einen Import allerdings nicht und man muss schon ein bisschen Nerd dazu sein, um das wirklich zu wollen, auf der anderen Seite macht man das ja nicht alle Tage. Einfacher ist es aber auf jeden Fall, wenn man sich sowas bei einem Besuch in den USA direkt selber mitnimmt oder von Jemanden mitbringen lässt. Der Aufwand ist da irgendwie geringer, billiger und auch sicherer, aber das nächste Mal dann vielleicht…

Wie man schon am Bild sehen kann… es handelt sich um viel Papier, denn so wie eh schon hier im Forum oft erwähnt: Baseball ist ein Statistik-Spiel und das spiegelt sich auch bei solchen „Brettspielen“ wieder. Wir hatten uns ja bereits den Klassiker APBA Baseball angeschaut, mit dem ich mittlerweile sogar einigermaßen gut zurecht kommt und von dem ich nun auch sehr angetan bin, aber genau aus dem Grund muss man sich eben die andere Seite ebenso anschauen und das ist in dem Fall auch der Klassiker Strat-O-Matic Baseball. Werfen wir nun mal einen Blick auf die Details…

Da wären einmal die Spielerkarten verschiedener Saisonen. Weil es sich ergeben hatte, habe ich neben der Standard-Saison 2020 auch die von 1986 importiert. Die Spielerkarten sind in Bögen mit je 9 Karten zusammengefasst und sind perforiert, können also leicht voneinander getrennt werden… was einige Zeit benötigt, denn es sind wirklich viele Karten…

Die Karten sind beidseitig bedruckt – die eine Seite in Farbe, auf der anderen Seite nur in S/W mit den Resultaten für die Würfel-Ergebnisse, aber wie das Alles funktioniert, werden wir uns nochmal extra anschauen, wenn ich selber damit fit bin. Im Gegensatz zu APBA-Baseball gilt Strat-O-Matic ja als „leichter“ oder „einfacher“ zu spielen, was sich jedoch auf den ersten Blick nicht so wirklich darstellt… aber warten wir mal ab.

Hier noch ein Blick auf die Rückseite, die eh schon einiges über den Ablauf des Spiels zeigt und dem selben Prinzip folgt.

Außerdem haben wir dazu noch einen Klassiker bei Strat, die Gummiringerl für die Karten. Abseits davon gibt es noch ein paar Spielfigur-Marker, drei Standard-6-Augen-Würfel und einen 20-Augen-Würfel. Was es damit auf sich hat, werden wir uns ebenfalls später anschauen.

Und dann haben wir noch viele ausgedruckte Tabellen und Vorlagen… hier beispielsweise von der 86er Saison die Aufstellung.

Ergänzende Werte und Einflüsse der Baseballparks…

Die Fieldings-Charts, mit denen wir uns auch noch auseinandersetzen müssen.

Oder auch der Wetter-Einfluss je nach Monat innerhalb der Saison…

Sind wir fertig? Nein, noch lange nicht… ähnlich wie bei APBA gibt es drei Möglichkeiten, Strat Baseball zu spielen… in einfacher Form oder in der Advanced Version oder Super Advanced.

Ansonsten hätten wir noch die weiterführenden Resultate auf den Papier-Bögen…

Oder auch die Advanced Fielding Charts, ebenfalls beiseitig und gefaltet. Viele Tabellen!

Damit sind wir noch immer nicht am Ende, denn es gibt auch noch die Spielfläche, in dem Fall einfach ein Foto eines Baseballparks, das zum visuellen Markieren der aktuellen Positionen genutzt werden kann, auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Eines fehlt aber noch…

Die Anleitung bzw. das Handbuch!

Klassisch und passend zum restlichen Spiel handelt es sich ebenso hier um ein 20 seitiges S/W-Heftchen, in dem recht umfangreich der Spiel-Ablauf bzw. das Strat-Regelwerk abgebildet ist, aber natürlich ohne Bilder.

Wie man schon sehen kann, gibt es hier einiges zu lesen, zu lernen und zu auch zu verstehen und man merkt erneut: ohne Vorkenntnisse rund um Baseball ist man schnell verloren. Glücklicherweise haben wir ja bereits einige Vorarbeit in den letzten Monaten geleistet…

Aber natürlich ist es zumindest für mich als Strat-Neuling kein Spiel, das man mal eben auspackt und loslegt. Ich vermute mal, dass ich einige Wochen und einige Anläufe benötigen werde, ähnlich wie bei APBA Baseball oder Golf, bis ich mich sicher fühle und so weit gefestigt bin, dass ich hier ein bisschen (sinnvolles) Feedback geben kann.

Ich freue mich auf jeden Fall sehr… irgendwie macht das sehr Spaß und es hat was von einer kleinen Entdeckungsreise, die vor einem liegt und darauf wartet, entdeckt zu werden. Und passt vermutlich recht gut zu meinem gesetzten Alter.

Aber jetzt heißt es mal die vielen Spielerkarten und Bögen auseinander zu trennen… und das dauert.

Eine Stunde später habe ich immerhin den 2020er Spieler-Bogen-Satz auseinander getrennt und den jeweiligen Teams zugeordnet. Das Ganze dauert länger als gedacht und es ist am Ende dann auch mehr an Spielerkarten visuell, als man so geschätzt hatte.

Nachtrag

Man kann alleine spielen oder zu zweit oder auch in großen Gruppen und Tournaments/Ligen.

Und es sind viele Spielerkarten. Nun verstehe ich, warum viele Strat-Spieler von der langen Aufgabe und zugleich dem freudigen Erlebnis nach dem Auspacken erzählen… es dauert wirklich eine Stunde und länger, bis man eine Saison an Spielern gefaltet, getrennt, zusammengestellt und abgelegt hat. Macht aber auch wirklich Spaß.

Und endlich spielt auch das Wetter mit und bietet damit die ideale Möglichkeit, nach Arbeitsende entspannt in der Sonne durch das Regelheft zu blättern!

Und das erste Testspiel.

Immerhin bin ich nicht komplett beim ersten Anlauf gescheitert, obwohl ich das erwartet hatte, aber man kommt mit den Basis-Regeln schon recht gut voran. Auch wenn ich natürlich einige Ergebnisse noch überspringen musste, einfach weil mir der Ablauf bzw. die Werte noch nicht ganz verständlich waren, aber dennoch hat es sich bereits recht gut angefühlt.

Wenn ich noch die ergänzenden Charts bzw. das Regelwerk eine Spur besser intus habe, dann macht Strat Baseball auf jeden Fall sehr viel Spaß, obwohl ich anfänglich bei Strat-O-Matic etwas skeptisch war. Nach dem kurzen Versuch fühlt sich APBA und Strat gleichwertig an, was mir auch recht gut gefällt. Und wie man am Foto sieht… der Import hat sich auch visuell gelohnt.

Fühlt sich Alles gut an… kann ich nur empfehlen, falls jemand noch nach einem Hobby sucht.

Nach einem etwas längeren, sonnigen Tag unterwegs, habe ich den späten Nachmittag und Abend mit einer ersten „richtigen“ Runde ausklingen lassen und das mittlerweile erworbenen Wissen versuchsweise eingesetzt. Und ich muss sagen, ich war selber überrascht… es ist erstaunlich gut gelaufen. Im Gegensatz zum Test gestern, konnte ich bereits zügig durchspielen, habe mich auch nicht (ganz) in den Karten bei den Wechseln verlaufen und hätte zumindest ein Ergebnis am Ende bekommen, das sich brauchbar anfühlt (San Francisco vs. Washington, SF hat gewonnen). Mit einem Wort, das Spiel selber stand im Vordergrund und nicht der Umgang damit.

Auch musste ich nur mehr zwei Resultate überspringen, wo mir der genaue Ablauf noch nicht so ganz klar ist (line out as many und dergleichen) und ich bin mir auch noch ganz leicht unsicher, ob bei Walks, Singles und so weiter, die Runners auf den Bases auch immer vorwärts kommen oder nicht.

Bei APBA Baseball ist der Ablauf etwas anders, dort gibt es eigene Charts, je nachdem, wie viele und welche Bases gerade „loaded“ sind und geben eine klare Aussage darüber, das fehlt mir hier eine wenig, dafür ist es viel angenehmer zu spielen und man kann tatsächlich fast alle Werte direkt von den Spieler-Karten nehmen und muss nicht in dem großen APBA-Buch blättern. Die wenige, zusätzlichen Rolls, die man bei einigen Resultaten mit dem 20er-Würfel durchführen muss, bringen dann sogar durchaus angenehme Abwechslung, wenn man auf den zusätzlichen Chart-Blättern nach dem Ergebnis sucht und gespannt ist, was nun passiert.

Und obwohl ich übrigens dachte, dass ich die kleinen Hütchen als Spielmarker nicht brauche, sind sie dann doch recht praktisch und hilfreich, denn man kann schon mal schnell etwas verwechseln, wenn man sich noch nicht ganz fit fühlt und jedesmal zweimal schauen muss, was jetzt wie zu tun ist und diverse Karten nach den Werten absucht. Aber zumindest die Basis-Rules sind recht gut verständlich, stattdessen scheitere ich fast eher – glaube ich – nun an den Baseball-Regeln an sich und nicht so sehr am Spiel selber. Ich muss mir nochmal ein paar Begriffe und ihre genauen Definitionen durchlesen.

Ich werde mir zudem zusätzlich als Einschlaf-Hilfe einige Spiel-Runden auf Youtube bei erfahrenen Spielern anschauen, da gibt es eh genug davon und schauen, was ich womöglich noch so verpasse oder gar falsch verstehe. Angenehm ist allerdings, dass man eine ganze Runde bzw. die 9 Innings durchaus in einer Stunde und mit mehr Übung sicherlich auch in 30 Minuten durchspielen kann… das ist wichtig, denn sonst findet man im Alltag ja eh nicht genug Zeit wieder dafür und so weiter… man kennt es ja.

Und die Lade vom kleinen, neuen Schreibtisch macht sich nun wirklich bezahlt.

Links sind die 1998er Baseball-Sammel-Karten, die ich damals mir importiert hatte und nun in kleinen Papiertaschen sortiert sind und ich für mein selbst gemachtes, einfacheres Baseball-Spiel nutze, in der Mitte sind die 4 Teams, die beim APBA Baseball als Basis dabei waren und rechts nun die beiden Seasons 2020 und 1986 von Strat-O-Matic Baseball. Und ich muss ehrlich zugeben… es macht Spaß, das Zeugs da zu sehen und irgendwie auch so einen Sammeltrieb dabei glücklich zu machen.

Auch habe ich mir heute beim Testspiel zum ersten Mal ein richtiges Lineup erstellt und mir die passenden Spieler etwas genauer rausgesucht. Man kann fast sagen, dass die Beschäftigung mit diesen „Baseball-Brettspielen“ für mich sowas ist, wie für andere Menschen Kamillentee, Bügeln, Yoga, Malen und Co. ist. Runterkommen, abschalten, auf andere Dinge als das Alltags-Leben für eine Stunde fokussieren, den Kopf abschalten und so weiter.

Mal schauen, was diese Reise in dieses Hobby noch so mit sich bringt. Und nachdem es draußen auch langsam grüner und wärmer wird, schwinge ich nebenbei die (echten) Golfschläger und versuche, mich auch hier auf den Sommer vorzubereiten.

Was ich aber noch festhalten möchte ist: APBA Baseball (und Golf) hat zwar weniger Karten-Umfang, dafür aber ist das Regel- und Wertebuch viel hochwertiger, die Spielerkarten und auch der Spielekarton (die Schachtel) und so weiter visuell viel schöner und die Qualität deutlich höher. Es wirkt quasi seröser. Strat-O-Matic hat dafür gefühlt mehr Umfang, aber es ist halt wirklich nur Papier und die perforierten Spielerkarten sind nicht unbedingt schön, die Schachtel selber gefällt mir gar nicht und werde ich auch gegen eine Andere noch austauschen und vor allem stört die Länge, da Strat eine sehr längliche Schachtel hat, so dass sie auch in keinen Kasten passt.

Also visuell und qualitativ gewinnt APBA auf jeden Fall, SOM (Strat-O-Matic) bietet hingegen irgendwie mehr visuelles, lebendiges Wusel-Fun-Chaos im positiven Sinn. Vom Spielablauf und den statistischen Werten und Resultaten selber liegen sie aber scheinbar – den „Profis“ nach – mehr oder weniger auf dem selben Level und sehr Viele spielen deswegen mal das Eine und dann wieder das Andere.

Also eine gute Wohlfühl-Begründung für mich selber, um Beide zu besitzen und importiert zu haben..

Aja, noch ein Blick auf die Verpackungsrückseite…

Leider ist sie eben so lange, so dass sie nicht in den Kasten passt und ich sie deswegen zerlegt und gefaltet aufbewahren werde. Der Rest bleibt in der Schublade griffbereit bzw. so oder so im Alltag auf dem Tisch aufgelegt.

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