Ein kleiner Blick auf Action! PC Golf

Ich habe mir übrigens gedacht, wenn wir uns denn schon solche Spiele wie das Baseball-Spiel Diamond Mind näher anschauen, das vielleicht visuell nicht unbedingt dem heutigen Stand entspricht, aber technisch und inhaltsmäßig alles anbieten, was man von einer echten „Sport-Simulation“ erwartet und auch laufend mit Updates versorgt wird, dass wir uns auch die andere Seite erneut anschauen.

Ich habe mal so rumgeschaut, welche PC-Spiele es zu Golf noch so gibt und neben den bekannten, grafisch modernen Spielen wie PGA Tour und Co., finden sich dann auch einige, wenige Simulatoren aus Häusern, die recht ähnlich zu APBA Golf (Brettspiel), Diamond Mind und Co. sind. Beispielsweise von ASG Games oder auch von Dave Koch Sports (die übrigens ebenfalls einen Baseball-Simulator anbieten). Nachdem die Preise bei ASG doch recht geschnalzen sind und das Basisspiel bei knapp 50 Dollar liegt und das DKSport Spiel „Action! Golf“ in einem Bündel nur 29 Dollar, habe ich mir mal Zweiteres angeschaut.

Prinzipiell kenne ich das Spiel bereits vom Aufbau her, da ich mir einige Videos von diversen Youtubern in den letzten Monaten zu solchen Spielen immer wieder nebenbei angeschaut hatte, aber kam auch jedesmal zu dem Fazit „Schaut wirklich crappy aus“. Optisch sind diese Simulatoren bis auf OOTP Baseball und eben PGA Tour Golf eigentlich eine Katastrophe. Das im anderen Beitrag erwähnte Diamond Mind Spiel ist zwar visuell auch Old School, aber spielt nicht mit unnötigen Grafiken herum und ist dadurch sauber und Benutzerfreundlich. Die Form folgt der Funktion. Naja, „Action!“ ist da eher der Vertreter der anderen Klasse. Aber geben wir dem Ding mal eine faire Chance…

Leider musste ich dazu Windows anwerfen, weil ich die Installation unter Linux nicht geschafft habe, aber so schaut das Spiel anfänglich aus. Ein bisschen der 90er-MySpace-Style quasi. Ich bin kein Fan von diesen Grafik-Icon-Spielerein und habe nie ganz verstanden, warum man kleine Bildchen für banale Knöpfe braucht, aber so ist es eben recht oft bei Spielen, die es bereits seit langer Zeit gibt und oft auch von einer eher älteren Generation bespielt werden, die auch meistens mit Brettspielen aufgewachsen sind. Mit einem Rechtsklick ergeben sich je nach Ansicht verschiedene Sub-Menüs.

Das Setup-Menü bzw. die Einstellungen sind sehr „übersichtlich“. Hier verstehe ich auch nicht ganz, wozu das rote Icon unten oder überhaupt der grüne Hintergrund des Windows-Fensters… es fühlt sich dadurch „verbastelt“ an, völlig unnötig eigentlich. Aber auch visuelle Geschmäcker sind verschieden, also lassen wir das Thema mal und schauen uns die Funktionen an.

Ähnlich wie beim Baseball-Spiel lassen sich Saisonen und Tournaments spielen, genauso Einzelspiele und gegen andere Spieler der Golf-Ära… gewissermaßen eh die üblichen Verdächtigen. Den Fahrschul-Grafik-Style ignorieren wir mal.

Man kann aus einer langen Liste an allseits bekannten Golfspielern wählen und auch hier gilt für das ganze Ding: es handelt sich um einen Simulator, soll heißen, fast alles setzt sich aus realen Daten der Spieler zusammen. Mit dabei im Bündle sind bereits 24 Klassiker-Kurse bzw. Golfplätze aus ganz Amerika, es würden sich aber insgesamt 200 Kurse einbinden lassen. Die Preise bewegen sich hierbei allerdings so um die 12 Dollar pro Kurs bzw. Golfplatz.

Aktuell haben wir bei dem Bundle außerdem die beiden Saisonen 2019 – 2020 sowie 2020 – 2022 bereits dabei, sind also am aktuellen Stand, was die Spieler bzw. Teilnehmer betrifft. Auch hier gibt es wie üblich eine vielfältige Report-Möglichkeit, um an die Daten und den Status zu kommen.

Na gut, dann schauen wir uns aber mal an, wie denn das mit dem Spielen tatsächlich nun so ausschaut. Wir wählen mal den „Austin River“ Kurs aus und bekommen ein paar Daten sowie Einstellungsmöglichkeiten für das kommende Spiel. Ganz sauber laden die Ansichten nicht, wie man sieht. Das Hintergrund-Bild, auf dem man dann auch spielt, ist übrigens ein Satelliten-Foto bzw. eine Luftaufnahme. Die Qualität wirkt nicht nach extra angefertigen Bildern, sondern nach zusammengetragenen Quellen, die leicht überarbeitet wurden.

Nun ja. So schaut nun die Spieloberfläche aus. Eine Luftaufnahme als Foto-Hintergrund bzw. als Unterlage – und hier kommen wir schon recht nahe an das analoge APBA Golfbrettspiel – verschiedene Menüs und ein Mauszeiger mit Sub-Menü. Man hat die Möglichkeit einen Schläger zu wählen, den Winkel und klickt dementsprechend auf den Zielpunkt, wo der Ball landen soll. Der Mauszeiger bietet noch eine Markierung mit der Entfernung an.

Zusätzlich lässt sich noch das Terrain bzw. die Geländeoberfläche visuell anzeigen, damit man besser einschätzen kann, wo der Golfball nach der Landung hinrollen wird. Zudem lässt sich, wenn man schon nahe am Loch ist, dann mit Computer-Assistenz die Art und Weise des Schlages bzw. Schlägers wählen. Das Selbe gilt auch für das Einlochen, wo dann die Ansicht auf das Grün näher gezoomt wird. Eine schlichte Animation (Gif-Style) verdeutlicht die Ballbewegung.

Amüsantes Detail… beim Abschlag fliegt der Ball ja in der Regel recht hoch… nachdem die Flugbahn des Golfballes visuell mit einer Golfball-Grafik angezeigt wird, erscheint am Bildschirm die bewegende Grafik und vergrößert sich eben und wird dann bei der Landung wieder kleiner. So wie eben ein fliegender, emporsteigender und wieder fallender Golfball aus der Vogelperspektive ausschauen würde und das wird damit versuchsweise verdeutlicht. Allerdings ist die Animation sehr schlicht und leicht grob, auch bei der Landung ist es eher ein gleichförmige Bewegung. Visuell ist es eben einfach gehalten.

Sonst bewegt sich auch nichts am Bildschirm.

Aja, langsam entdecken wir das Spiel mehr und mehr. Es sind doch mehr Fenster, als man so glaubt. Hier sieht man die laufende Spielerstatistik im aktuellen Spiel. Wer ein bisschen was von Golf versteht, sieht anhand der Zahlen hier schon, dass ich Probleme mit meinem Handicap habe.

Schauen wir uns noch einen Golfplatz an… East Honolulu. Und man merkt schon eines, nämlich das die Luftaufnahmen dem „digitalen Brettspiel“ eine gute Dynamik verleihen. Denn mein erster Gedanke war „Hey, da sind ja Pools! Mh, ob man da mal auch im echten Leben aus Versehen den Ball reinschlagen würde…?“ und natürlich habe ich bei meinen ersten Versuch den Ball gleich mal mitten in die Häuser versenkt. Ups!

Außerdem habe ich gerade entdeckt, dass man sich im laufenden Spiel ebenso die Spielerwerte anschauen kann… aber man kann noch Etwas… für den Fall, das man vergessen hat, mit wem man denn da eigentlich so spielt…

…und sich den Wikipedia-Eintrag anzeigen lassen.

Spätestens jetzt mag ich das Spiel, den man merkt, das Spiel hat sich aus der Idee eines Liebhabers entwickelt und bietet eben alles, was man so braucht. Golfplätze, Spieler, Daten, Werte, Fotos, Links…

Allerdings sind wir noch nicht ganz fertig! Denn nun klicken wir nicht nur mehr die Richtung und den passenden Schläger zusammen, sondern wir schwingen auch mit gekonnten Mausklick den Golfschläger! Einen Klick für die Stärke, einen für die Genauigkeit und einen für den Schlägerkontakt… natürlich an den passenden Stellen, während das Ball-Icon sich im Kreis bewegt. Also mit einem Wort… man muss Profi sein und es im Gefühl haben, wann man denn so klickt.

Resulat? Richtig, wir sind irgendwo im Nichts gelandet und haben glücklicherweise niemanden erschlagen dabei.

Das Spiel kann aber noch mehr, so lassen sich auch die Spieler natürlich bearbeiten bzw. ihre Werte – wie beim Baseball-Spiel – anpassen und editieren, aber es lassen sich auch eigene Spieler erstellen. Aber es endet nicht an dieser Stelle, denn….

Sogar die Kurse lasse sich bearbeiten. Neben den Abschlagspunkten, können auch die Pins und so weiter definiert und bestehende Plätze als Vorlage genutzt werden. Ich vermute jetzt auch mal, dass sich irgendwo auch eigene Fotos von eigenen Plätzen einspielen lassen, aber das muss ich mir erst näher anschauen bei Gelegenheit, ob dem wirklich so ist.

Ein erstes Fazit: visuell könnten die Menüs eine Vereinfachung bei der lesbaren Schrift und den genutzten Menü-Icons vertragen, aber ansonsten entspricht es genau dem, was es sein soll. Ein richtiger Golfsimulator eben und recht ähnlich zum APBA-Brettspiel, mit vielen Details. Landet man zum Beispiel in den Bäumen, kann man entscheiden, wie man herausschlagen möchte, der Untergrund spielt eine Rolle, der Ball verfängt sich auch in den Ästen, der Wind verbläst den Ball und das Ambiente der Fotos verhilft dem Ganzen, sich in einem richtigen Golfspiel auf echten Plätzen zu befinden.

Natürlich sind Spiele wie diese in 3D wie PGA Tour vielleicht cooler und können das Gleiche, aber es vermittelt eben den Nerd-Charme, der irgendwie diese Szene der „Retro-Style-Spiele“ bei Golf und Baseball ausmacht. Lieberhaber dieser Sportarten basteln sich ihre Simulationen in der Garage zusammen und bohren ihre Excelsheets gewissermaßen mit ein paar angereicherten Grafiken und Fotos auf. Und das strömt auch „Action! Golf PC Game“ aus.

Mir gefällt es also sehr gut und sogar überraschend gut. Ich hatte es mir eigentlich eher aus schon fast „Sammler-Gründen“ angeschafft, aber jetzt merke ich, das lässt sich auch wirklich äußerst gut und verlockend spielen. Nun verstehe ich auch die Rezensionen und die kleine, aber aktive Community, ebenso auch die etwas ältere Generation dahinter.

Bleibt noch eine Anmerkung! Habe ich erwähnt, dass es sogar Sound hat!? Also keine Sprecher, aber den Abschlag, Ball-Aufprall sowie das Einlochen sind auch zu hören und zudem je nach Kurs zwitschern im Hintergrund die Vögel oder das Meer rauscht nebenan (Beispiel: Caroline Island Ocean Course)!!! Ist ein Bach daneben, dann hört man auch einen… Bach. Und wenn eine Autobahn daneben ist… nun ja, die Fahrzeuge.

Klingt nach Real-Life-Aufnahmen und selbstgestricktem Reinbasteln in das Spiel und gibt dem Ganzen einen Extra-Hauch an feinem Charme und auch Stimmung während der Runden.

Ich habe es übrigens nun auf einem anderen Windows-Gerät (ein simpler Low-Standard-Alltags-Laptop) installiert und dort läuft es interessanterweise besser als auf der großen Kiste. Dabei ist mir unter anderem aufgefallen, dass es sogar Klatschen und Jubel als Sound punktuell gibt, wenn man in der Nähe des Greens landet. Wirkt zwar noch immer zusammengebastelt, aber es rundet trotzdem das Ganze weiter ab.

PS: Leider bildet die Smartphone-Kamera nicht die Farb-Qualität des Bildschirms ab.

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