PC-Spiel: Diamond Mind Baseball

Es war hier rund um diverse Golf- und Brettspiele ein wenig ruhig die letzten Wochen, schlicht und ergreifend, weil ich nicht ganz die Energie dafür hatte und aber zugleich stattdessen APBA Golf in analoger Form still immer wieder mal nebenbei gespielt hatte (also das echte Brettspiel). Zum Baseball-Brettspiel bin ich bisher hingegen nicht so wirklich gekommen, aber auch deswegen, weil ich gemerkt habe, dass schon alleine das Golfspiel mit seinen Regeln und Masterrules eine ziemliche Herausforderung darstellt… allerdings hat man immerhin einen Vorteil, denn da ist nur ein Golfer und ein Ball. Das macht es ein wenig leichter.

Beim Baseballspiel ist das ein wenig komplizierter, denn hier tritt eine ganze Mannschaft gegen eine andere Mannschaft an und jeder Spieler hat so seine Eigenheiten und es geht hier naturgemäß viel mehr um Statistiken, das richtige Team-Setup und dergleichen. Es gilt also mehr Dinge zur gleichen Zeit im Auge zu behalten, inklusive der Spielregeln an sich… ein bisschen so, als würde man Auto-Qartett oder dergleichen spielen, aber nur mit vielen Karten gleichzeitig. Irgendwie mag ich mir das Brettspiel deshalb auch für den Frühling aufheben und zwar dann, wenn das Wetter wieder warm genug ist, dass man im Freien sitzen kann, das Regelbuch wo in der Sonne entspannt liest und sich so die Spielerkarten durchschaut und das lange Tageslicht wieder genießt und dann am Abend zum Ausklang eine Spielrunde einbringt.

Jetzt hingegen sind die Tage noch immer kalt, kurz und recht dunkel oft und das berufliche Geschehen bietet „vielfältige“ Möglichkeiten, um den eigenen Kopf zum Rauchen zu bringen, so gesehen sind einfache, stupide Klicks am Abend auf der elektronischen Kiste nicht so unangenehm manchmal. Dann läuft nebenbei ein Film oder irgendein Let’s Play auf Youtube und man isst dabei was Gutes. Oder spielt was Kleines eben auf der Kiste nebenbei.

Was jedoch sicher auch mit meinem Alter zu tun hat, ist, dass ich manchmal keine Lust auf zu moderne Spiele habe. Zwar arbeite ich mich nebenbei Abends immer wieder momentan mit Lara Croft aktuell an dem Braunbären vorbei (Raise of the Tomb Raider) und es macht Spaß und ist grafisch einwandfrei, aber an Tagen wie heute, habe ich auch an dem keine Lust. Stattdessen will ich einfache Fenster und vielleicht eben was mit Golf oder eben Baseball, wie ja hier im Forum ursprünglich beim importierten Brettspiel erwähnt.

Ich habe dann zufällig heute dieses Youtube-Video gefunden (auch weiter unten verlinkt), wo ein visuell old-school Spiel gezeigt wird, das recht mau ohne Grafiken daherkommt und sich stattdessen auf das Spielprinzip von Baseball fokussiert. Und ich muss sagen, so blöd es auch klingt, aber ich bin genau deswegen bei dem Video hängen geblieben, weil das Interface das alte, klassische Windows-Feeling in mir belebt.

Also mal näher angeschaut und kurz darauf online beim Producer als digitalen Download gezogen und siehe da, es ist ein modernes, aktuelles Spiel, das ersten gar nicht mal so billig ist – das haben sie übrigens leider alle in diesem Genre – und bei dem es auch aktuelle Saisonen und so weiter gibt. Natürlich alles in US-Dollar, was in diesem Fall umgerechnet aktuell 26 Euro entspricht. Leider kosten zusätzliche Saisonen auch nicht wirklich weniger (so ca. 17 Euro und mehr je nach Saison/Modul), aber das Gute ist, dass ich mit dem Standard, der beim Hauptspiel sowieso dabei bin, bereits recht zufrieden und mal ausgelastet bin.

Die Bilder, die man hier sieht, sind Screenshots aus dem Spiel und ja… mehr ist da nicht. Es könnte glatt ein erweitertes Excel-Sheet sein, aber eben verpackt in Windows-Fenstern. Das Gute an der Sache ist, dass ich es aber natürlich unter Linux zum Laufen gebracht habe, damit rennt es auf meiner kleinen silent Passiv-Kiste und wird mir als sanften Einstieg in das strategische Baseball-Spiel dienen, denn dann wird das analoge Brettspiel im Frühjahr auch mehr Spaß machen und weniger Herausforderungen bieten.

Und was ich tatsächlich mittlerweile mag ist, dass ich manchmal wirklich lieber wieder die Fantasie im Kopf spielen lasse (das klappt beim importierten US Golf-Brettspiel von APBA recht gut, denn dort sind ja auf den Karten/Mappen nur schematisch die Golf-Kurse abgebildet und man muss dann eben im Kopf das Golfball-Spiel durch – zum Beispiel – die Bäume durchlaufen lassen), so wie man es schon als Kind gemacht hatte. Da hatten ja auch ein paar Legosteine genügt und man war in einer anderen, fantastischen Welt. Das geht im Alter und mit der digitalen Vielfalt irgendwie oftmals nicht mehr so leicht und auch ein wenig verloren, deswegen tut das hier recht gut und das Computer-Programm bietet damit quasi nur das sehr rohe Rahmengerüst dazu (da ist beispielsweise das auch von mir geliebte OOTP Baseball-Spiel schon wieder viel zu weit und zu umfangreich). Ich mag also dieses Ding hier…

Was man noch erwähnen muss zu den Screenshots im Beitrag hier, ist, dass beispielsweise Spielerbilder oder auch Baseball-Stadien-Bilder als Hintergrund selber gesetzt und importiert werden können (einfache JPG-Bilder und es gibt sie als Sets zum Download oder man macht sie selber), aber es ist keine Notwendigkeit. Dadurch ist das Programm auch natürlich äußerst ressourcenschonend und unkompliziert und überschaubar.

Der anfänglich gefühlt hohe Preis für Diamond Mind mit 26 Euro relativiert sich recht rasch, weil die Funktionsvielfalt ist hier genauso gegeben wie in den komplexeren, grafischen Spielen, nur eben mit Fokus auf das strategische Spiel selber, zudem läuft es stabil und eben auch auf Linux (wenn auch nicht offiziell, Wine lässt grüßen), was bei dieser Spielklasse recht selten vorkommt. Ist also schon in Ordnung, nur die einzelnen Saisonen sind dann doch etwas überzeichnet. Aber was soll man sagen… die paar gedruckten Golfkurse beim APBA Brettspiel beispielsweise kosten pro Golfplatz auch um die 25 Dollar und mehr und man hat dann auch nur 18 ausgedruckte, schematische Karten auf dünnen Papier und that’s it.

Aber es funktioniert und irgendwann nächsten Winter werde ich mir einen der Golf-Kurse (Augusta lässt grüßen) zum Spaß mal leisten, aber da hat man immerhin auch etwas Handfestes in der Hand. Ich würde sagen, 5 bis 10 Dollar wären für eine Zusatzsaison für das digitale PC-Spiel hier schon eher ok, aber das ist eben meine Meinung und man muss es ja nicht kaufen, denn es ist genug da, um bereits mit der Standard-Version Spaß zu haben. Und wenn man ein echter Fan dieser Dinge und Baseball ist, dann ist es sowieso egal und es sind dann auch eher Schnäppchen. Eine einmalige Eintrittskarte in ein Stadion oder zwei~drei Mal einen schlechten Kino-Film anschauen, ist auch nicht billiger.

Hier in dem Video wird recht gut kurz und bündig ein Einblick in das Spiel gezeigt und somit auch die Funktionen & Features. Falls es jemand übrigens selber auch ausprobieren möchte, mehr Infos dazu, den Kauf und Download findet man hier: Diamond-Mind.com

Und was mir auch besser gefällt als bei den anderen Spielen der Klasse, dass man hier irgendwie viel schneller mal eben eigene Teams, Spieler und so weiter anlegen kann und sich aber dennoch nicht um Trillionen Einstellungen kümmern muss, die eh dann eh nur kosmetischer Natur sind.

Bedeutet natürlich schon, dass man da erst mal ein bisschen Klicken und Tippen muss, um zwei vollständige Teams zu erstellen…

… aber es macht Spaß. So werde ich das fiktive Brookly-Team als Manager leiten und der gute Mike, der davon nichts weiß, wird das Miami-Team führen. Und so manche Andere werden als fiktive Spieler in den Teams dann dem Ball nachlaufen… oder besser gesagt: nachhecheln.

Außerdem lassen sich dann noch eigene Parks bzw. Stadien mit ein paar angepassten Werten und simplen Hintergrundbildern erstellen, da werde ich mich bei Gelegenheit dann mal – ähnlich wie bei den Golfkursen – ein bisschen im Grafikprogramm austoben.

So, das tut Alles wirklich gut und macht auch den Kopf um fast 22 Uhr am Abend frei, bevor der nächste Hamsterrad-Tag wieder anbricht. Aber jetzt geht es mal Richtung Kopfkissen.

Nachtrag

Tatsächlich habe ich mir – nachdem ich mir zwei eigene Teams erstellt habe – doch noch zwei Sammlungen geleistet und einmal die Allstars von 1964 bis 1978 sowie das zweite Set mit 1979 bis 1993 hinzugefügt. Ist ein einfacher Download nach der Bestellung und eigentlich auch nur eine Sammlung an Text mit den Spielerwerten.

Die Bilder der Spieler selber sind nicht dabei, aber es gibt umfangreiche Downloads der Community, wo man mal eben gleich an die Tausend Spielerbilder im gewählten Format herunterladen kann. Der Dateinamen der Spieler entspricht der UID (ID) Nummer des Spielers und wird damit beim aktiven Spiel ganz banal aus einem Ordner ausgelesen.

Irgendwie finde ich die Banalität des Spieles bzw. des Simulators großartig. Eines der Programme, wo man noch nachvollziehen kann, was wo wie in dem Spiel passiert und worauf es basiert. Auch wenn ich wirklich lange gebraucht hatte, um zu verstehen, wo ich denn wie die Bilder mit einem Spielerprofil verbinden kann (beim eigenen Team). Ich hatte natürlich nach einem Upload gesucht, bis ich dann in der Hilfe das mit der UID endlich kapiert hatte. Das ist das kleine Feld rechts neben dem Search-Button. Es ist ein einfacher Match der Nummern und der Datei…. naja, ich werde halt auch alt.

Und was ich toll finde ist ebenso banal, dass das Spiel nämlich eine klassische Windows-Hilfe-Datei hat, die man unter Linux mit xCHM auslesen kann. Ich mag dieses simple Baum-Menü und finde es am besten für lange Dokumentationen und Co. Außerdem mag ich das klassische Buch-Icon. Bin eben ein Kind der Pre-Fancy-Ära.

Und man muss fair sagen, die Hilfe beantwortet alle Fragen, die man so zu dem Spiel hat. Sauber!

Abgesehen davon muss man ja wirklich sagen, dass die Bilder der vergangenen Jahrzehnte wirklich großartig sind!

Und die amüsante Tatsache, dass ich die Spieler teilweise ja auch in meiner damalig aus Ami-Land importierten Baseballkarten-Sammlung von 1992 habe. So fügen sich die Dinge zusammen.

Und daaaa ist die Einstellung für die Schriftgröße des Spiele-Kommentators – ich war so blind! Dadurch dass es ja ein Textbasierendes Spiel ist, gibt es keinen Sound oder dergleichen, stattdessen wird das Spielgeschehen in kurzen Sätzen beschrieben. Basierend eben auf den Werten der Spieler, der gesetzten Art und Weise des Wurfes oder Schlages und der Gesamtsituation und den diversen anderen Faktoren. Bisher war dort die Schriftgröße 7 oder so eingestellt, etwas mühsam, nicht nur für alte Augen wie mich. Und da es ja doch ein zentrales Spielelement ist bei dem Ganzen, war das fast ein wenig schade.

Aber jetzt hat sich das Ganze um 100% gedreht und macht gleich noch mehr Spaß… denn nun ist die Schriftgröße tauglich für richtige Spiele, denn die Sätze werden während eines Wurfes bzw. Schlages nacheinander eingeblendet – eben wie bei einem Station oder Radio-Sprecher, nur eben schriftlich. Und da ist gute und angenehme mal eben Lesbarkeit wichtig.

Man kann auch das Tempo, also den Abstand zwischen dem Anzeigen der Zeilen, und so weiter in den Einstellungen anpassen, je nachdem, wie gut man beim Lesen mitkommt. Und das kann tatsächlich spannend werden, auch wenn sich das vermutlich für 99% meiner Leser:innen niemals so wirklich erschließen wird.

Außerdem habe ich mir mal den inkludierten Report-Generator von Diamond Mind Baseball angeschaut… und was soll man sagen… genau das würden wir glatt in der Firma benötigen und kann fast mehr als unsere dortigen Systeme. Unzählige Werte, Anpassung an eigene Bedürfnisse und vieles mehr… und es funktioniert auch jedes Mal auf Anhieb. Hach ja!

Außerdem kann man sie exportieren oder auch HTML-Seiten rausrendern, sprich als Webseite. Ich finde mittlerweile dieses eher unscheinbare Spiel oder besser „Simulator“, das auch nicht unbedingt den Massenmarkt bedient, wirklich gut und umfangreich. Cooles Spiel, je mehr man sich damit beschäftigt.

Und ich muss sagen, genau das selbe Prinzip eben für Golf, so wie das Brettspiel, wäre nett. Statt den Parks und ihren Werten gibt es eben die Golfkurse, statt den Spielerwerten die Schläger, Wind und dergleichen und statt der Entscheidung, wie man schlägt und dergleichen eben die Schlagweite und dergleichen. Aber das nur am Rande.

Nachtrag

Mal weiter schauen, was dieses Baseball-Spiel denn noch so bietet…

So… es stürmt draußen und ursprünglich hatte ich gehofft, dass zumindest etwas mehr Sonne herauskommt, aber es schaut nicht so aus und die Wolken dunkeln den Tag weiterhin ab. Kollektiv herumlaufen zwischen fliegenden Dachziegeln und biegenden Bäumen ist also nicht so prickelnd heute, vor allem wenn man eh etwas geschlaucht ist, also der perfekte Tag um gut zu Futtern und nebenbei eine Deluxe Past Season mit den Daten von 1981 zu importieren.

Wie man schon an den inkludierten Notizen beim ersten Screenshot lesen kann, ist es ein umfangreiches Package und damit eine herrliche Basis um mal eine ganze Saison durchlaufen zu lassen und vor allem auch die meines Geburtsjahres. Nicht nur die Spieler, ihre Aufstellungen und Daten, sondern auch die Spieltage entsprechen den realen Spielen damals (mit einer leichten Adaption, da es damals eine kurze Streik-Phase gab, es sind die geplanten und die tatsächlichen Schedules im Package enthalten, ich spiele allerdings nach der geplanten Serie, also ohne dem Ausfall durch den Streik).

Damit schreiben wir heute den 4. April 1981 und die „Toronto Blue Jays“ stehen den „Detroit Tigers“ gegenüber. Die Temperatur beträgt noch frische 10 Grad und bei leichten Wind ziehen da und dort Wolken über das Tiger-Stadion. Alfredo Griffin schwingt bereits den Schläger und Kevi Saucier wird mit dem ersten Wurf nun die Saison eröffnen…

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