US-Import: Analoges Brettspiel mit Nostalgie-Touch

Bevor wir ins Detail gehen, ein Rückblick: Vor zwei Jahren oder so, hatte ich eher aus Langweile auf Steam (einer Computerspiel-Plattform) herumgesurft – und damit ist übrigens nicht die echte Langweile gemeint, sondern eher die Suche nach was Anderem, nach etwas Neuem, einem anderen Spielkonzept, das nicht schon tot und ausgesaugt ist, weil man alt geworden ist – und weil auch gerade vergünstigt und ich auch noch prompt per Zufall gelesen hatte, dass die Spielergemeinschaft dem Spiel schon seit zig Jahren treu ist und Alles ein bisschen so nerdig-sportlich angehaucht war, mir damals „Out of the park“ geklickt und gezogen. Ein Baseball-Simulations-Spiel. Aha. Ich habe keinen Plan von dieser Sportart.

Das Ding hatte allerdings wegen den Rezensionen und diversen Foreneinträgen da und dort irgendwie herausfordernd gewirkt („Verstehen nur Wenige und kann nicht jeder“) und ich hatte auch in dem Moment keinen Lust auf die üblichen 3D-Abenteuer, Action, Explosionen oder visuelle Kinoreisen, wie es bei anderen Spielen so ist (Far Cry, Ghost Recon, Flight Simulator, diverse Indiegames und so weiter…), sondern ich wollte eben zur Abwechslung mal ein Spiel haben, das nicht ständig was von einem aktiv will und man quasi an der Leine ist, sondern eher so eines, das auch mal einfach vor sich hinlaufen kann, ohne es extra pausieren zu müssen, wo es egal ist, wo man gerade aussteigt und in dem man eher seinen Kopf anstrengt, als das Geschick der Finger auf den Tasten, dem Controller oder der Maus. Also ein ruhiges, entspanntes und lockeres Spiel. Dachte ich.

Tja, ich hatte ja niemals damit gerechnet, dass mich dieses Genre echt interessiert oder ich mich länger als ein paar Tage damit beschäftige, denn das Spiel ist ein reines Statistik-Zahlenspiel (Baseball eben), da gibt es keine (kaum) irgendwelche Animationen oder dergleichen, sondern das Spiel ist eher eine Ansammlung von verschiedenen Interfaces mit einer großen, fast schon überwaltigenden Anzahl an Tabellen mit Auswertungen, Statistiken, Berechnungen, Zahlen und bla… Die Aufgabe ist es, nicht ganz unüberraschend, sein Team durch die Saison zu bringen und natürlich die Ziele (Spiele gewinnen) zu erreichen. Man kann sein Team aufbauen, muss sich Strategien überlegen, analysieren, Bauchgefühl walten lassen, nach neuen Spielern Ausschau halten, Verträge checken, seine Coaches und Sub-Manager pflegen und sich Gedanken um seine Finanzen und so weiter machen. Es gehört auf jeden Fall zu den komplexeren Games, die nicht so mal eben zu spielen sind. Schließlich ist Baseball auch ein Zahlenspiel… auch in echt.

Tatsächlich hatte ich fast zwei Wochen gebraucht, um überhaupt mal im Groben zu verstehen, was ich denn da eigentlich mache und was zu tun ist und welcher Klick was auslöst und was überhaupt die Zahlen und Abkürzungen so bedeuten… und war aber trotzdem noch immer komplett verloren. Vor allem, wenn man auch Baseball als Sportart und als Europäer nicht so richtig versteht. Also habe ich mir mal ein paar Erklärbär-Videos auf Youtube angeschaut, dann sogar ein paar Spiele nebenbei laufen lassen und begonnen in Foren zu lesen und tatsächlich auch ein herrliches Buch „Baseball für Fußballfans“ (und ich bin alles, aber definitiv kein Fußballfan), das nicht nur amüsant war, sondern auch irgendwie das Ganze sympathisch gemacht hat. Auch dieses Video ist großartig und herrlich amüsant wegen der Seitenhiebe auf Amis, Europäer, Fußball, Baseball selber, usw…

Und Tag für Tag, Woche für Woche und so weiter, ist es dann immer interessanter geworden, auch wenn man mal alle Regeln (fast) versteht und die Dynamik am Spielfeld dann besser nachvollziehen kann und merkt, wie sehr sich dieses Spiel um den Pitcher (der den Ball wirf) und den Batter (der mit dem Baseballschläger schlägt) dreht und wie tatsächlich spannend es sein kann, wenn draußen am Feld einer dem Ball nachläuft und ob er ihn fängt, denn dann wendet sich womöglich das ganze Blatt. Kurz gesagt: man entdeckt ganz neue Dinge in einer Sportart, mit der man sonst in den letzten 40 Jahren quasi nichts zu tun hatte und so ein Ami-Ding irgendwo da drüben ist.

uf jeden Fall hat es Spaß gemacht, so ein unkompliziertes, harmloses Pseudo-Hobby neben dem dichten Alltag, über das man wenig nachdenken muss und eben – bei Lust und Laune – präsent ist. Oder auch nicht. Also recht praktisch als lose Freizeit-Aktivität. Aber natürlich wird man dann neugieriger und schaut sich mal um, gibt es das auch in Echt bei uns (nö bzw. nicht erwähnenswert), man lernt nebenbei so Dinge, dass das Durchschnittsalter der Baseballspieler deutlich höher liegt als in anderen Sportarten, dass dort auch ein 40-jähriger einen 20 jährigen regelmäßig schlagen kann und dass, im Gegensatz zum europäischen Fußball, dieses grausige Hooligan- und agressive Gruppending und Randalieren auf Straßen, so nicht vorhanden ist. Baseball lässt sich quasi als Familien- und Hotdog-essen-Ausflug im Stadium verstehen und manchmal ist es auch bissi egal, wer denn nun genau wen wann wo wie geschlagen hat. Es ist eher so ein Freizeit-Flair-Ding und weniger dieses „Gegröle“ wie bei uns.

Ich habe dann mal aus nostalgischen Kindheitsdingen geschaut, wo man wie an Sammelkarten kommt, einfach um einen Stapel im Regal zu haben und hatte dabei eigentlich nach einem Set von 1981 gesucht, aber diese sind praktisch heutzutage nicht (mehr) bezahlbar, aber dafür einen Import von 1992 aus dem Amiland ergattert. Gar nicht so leicht, an diese Dinge zu kommen. Seitdem habe ich ein paar Hundert Baseballkarten rumliegen und es sind kaum Doppelte dabei… und es machte Spaß.

Auch in meinem Alter. Es war eine umfangreiche Menge an verpackten Tütchen und diese aufzureißen, die Karten zu sortieren und so weiter und zu hoffen, dass man die fehlende Karte in der nächsten Tüte hat…. irgendwie eben dieses Panini-Klebealbum-Feeling aus der Kindheit, das ich eigentlich nie so wirklich ernsthaft gelebt hatte, weil ich eben nie so in Fußball oder dergleichen interessiert war. Aber ich kann es nun besser nachvollziehen.

Später habe ich mir dann um wenige Euros und eher so nebenbei aus Fun und weil es irgendwie dazu gepasst hatte, einen Schläger und drei Bälle besorgt. Liegt zwar auch nur rum und verstaubt, aber irgendwann werde ich diesen Schläger schwingen, mich dabei wie ein Kind freuen und danach vermutlich von der Rettung mit einem Bandscheibenvorfall abtransportiert werden.

Die Geschichte könnte hier enden, tut sie aber nicht.

Speziell die letzten zwei Wochen war recht intensiv Arbeitstechnisch und mit vielen Herausforderungen bei Projekten und Launches, so dass am Abend bei mir kaum mehr großartig geistige Energie für irgendwelche tollen Aktivitäten vorhanden war. Außer eben ein bisschen mit Holz basteln und sich über die Tischbohrmaschine rumärgern, wie in anderen Beiträgen hier im Forum festgehalten.

Auf jeden Fall hatte ich mich wieder dem Baseballspiel entsinnt, weil ich eine Ablenkung benötigte, aber irgendwie nur wenig Lust auf Computer und dann eben ohne Ziel und sinnbefreit im WWW am Smartphone am Sofa herumgeklickt (welch Ironie). Und bin dabei über Baseballbrettspiele gestolpert…

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich als jemand, der 1981 geboren wurde, eindeutig der digitalen Generation angehöre und schon in DOS seinen Spieltrieb stillen konnte… bin also ganz natürlich mit Computerspielen aufgewachsen. Brettspiele waren hingegen eher so ein „Oma-Ding“ und wurden auch fast nur dort gespielt und meistens konnte ich Gruppen-Brettspiel-Abenden sonst nicht wirklich viel abgewinnen. Bin aber auch nicht ein Mensch, der in seiner Freizeit unbedingt kompetive Herausforderungen benötigt, wozu auch…? Ebenso waren klassische Rollen-Pen & Paper-Games grundsätzlich interessant vom Zuschauen und Zuhören, aber wirklich „dabei“ war ich da nie und der große Reiz war nicht da.

Auch in meinem Alter jetzt gehören Brettspiele weiterhin nicht zum Alltag und die eigenen Kinder dazu sind auch nicht anwesend, also ist der Elan dafür eher gering ausgeprägt. Aber das Leben ist eben nicht immer linear.

Aus unerfindlichen Gründen bin ich dann beim Herumsurfen über das „APBA Baseball„-Brettspiel gestolpert, das bereits seit 1951 kontinuierlich gespielt wird und habe mich dann erneut in Foreneinträgen und Diskussionen dazu wiedergefunden, die irgendwie so das Gefühl gaben… oh, das könnte ein „Out of the park“ in analoger Form sein? Junge Menschen und alte Säcke, die sich schon seit Jahrzehnten durch Würfeln und Statistiken arbeiten… Zwar gibt es natürlich noch andere Brettspiele wie „Strat-O-Matic“ und dergleichen, die hier in Konkurrenz stehen, da scheiden sich wohl wie üblich die Geister, Vorlieben und Meinungen, aber ich bin, ohne es zu kennen, bei ABPA Baseball irgendwie hängen geblieben.

So zumindest mal die Vermutung, nur was machen wir jetzt damit? Also habe ich mich aufgesetzt…

Und mir überlegt, was ich denn vom Leben möchte, wenn ich am nächsten Tag aufwache?

Den Gedanken „Naja, wäre nett gewesen, aber besser nicht, weil wozu auch, mache lieber was Sinnvolles und sei vernünftig“ oder „Ha, völlig sinnlos, ziellos und vermutlich auch für die Katz und den Staub dann, aber lebe doch deine kindliche Neugierde aus, denn wenn nicht jetzt, wann denn dann???“… und dann habe ich – wieder aus Zufall – dieses Video angeklickt und musste dabei wirklich schmunzeln, weil es halt ein bisschen wie so Bingo-Spielen im Seniorenheim ist:

Irgendwie fast schon lustig und rührend eigentlich. Ein bisschen die amerikanische Vorgarten-Grill-Rasenmäher-Ebene… aber ich kann mir nicht helfen, ich finde es harmlos nett. Eine Mischung zwischen Kindergarten, Pflegeheim und Nerds.

Naja, ich habe es also mal um 32 Dollar, umgerechnet ca. 28 Euro, bestellt. Ebenso die Golf-Variante davon (Golf, das Spiel mit dem Ball einlochen). Ebenfalls mal wieder als Import und es wird Wochen dauern, bis es ankommt, wenn es überhaupt jemals ankommt… aber heute kam zumindest endlich mal die Bestellbestätigung, also hat es doch irgendwie scheinbar geklappt (ich sage nur Yahoo-Payment).

Und ja, jetzt freue ich mich irgendwie auf das bisschen Karton, Papier, Farbe und Würfeln und muss mich in Geduld üben. Wie ein Kind vor Weihnachten eben. Ohne zu wissen, was ich dann überhaupt damit mache und wo, wann und ob ich es spiele.

Die Spiele sind da!​

Was für eine Überraschung! Da läutet es plötzlich mitten in einem Meeting an der Türe und der Postbote steht einfach so unschuldig mit einem großen Karton-Paket da. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet.

Ganz im Gegenteil, denn ich dachte ja eigentlich, dass die Bestellung der beiden Spiele aus Amerika eher schief gehen wird, denn der Online-Status hat sich bis heute nicht geändert, es gab zudem nachträglich nochmal eine Zahlungskorrektur via einem no-name Email ohne Angaben quasi und dann ist auch noch gedanklich das Thema Zoll aufgekommen, an das ich anfänglich gar nicht gedacht hatte und seitdem etwas Sorgen bereitet hat.

Außerdem dauert es laut den Herausgeber-Angaben 2 bis 4 Wochen plus noch eine interne Processing-Time und das Ganze ohne Wochenenden und Feiertagen bis eine Lieferung dann mal ins Ausland erfolgt… und nun hat es gerade mal 2 Wochen gedauert.

Eine Freude also, sie sind angekommen und alles ist fein, unbeschädigt und sauber! Finanziell allerdings darf man es nicht genau nehmen. Die Kosten der Lieferung plus nochmal nachträgliche Zusatzkosten plus Zoll-Gebühren plus noch eine Post-Gebühr haben weit mehr als die beiden Spiele zusammen gekostet. Das ist leider wirklich ein negativer Aspekt, denn so verdoppelt sich der Preis dann plötzlich und mehr als 100 Dollar sind dann mal eben weg.

Auf der anderen Seite sind es eben auch Spiele, die bei uns eher unbekannt und kaum erhältlich sind und ein bisschen eine Rarität hier im Lande.

Aber gut, ich wusste im Groben schon vorher, dass man über die Kosten nicht nachdenken sollte… allerdings weiß ich damit auch, dass ich keine Zusatzkarten/Spiel-Kurse für das Golf-Spiel dazu bestellen werde, denn da kostet ein Kurs mit 18 Löchern (ist nur so eine Mappe mit bedrucktem Papier) 25 Dollar, also kann man glatt mit 80 Dollar am Ende rechnen. Das lohnt nicht, wird aber auch nicht notwendig sind, weil wir ja sowieso und unabhängig davon unser eigenes Golfspiel zur Zeit hier im Forum basteln.

Aber schauen wir uns mal an, was denn da so angekommen ist…

Baseball Brettspiel

Ich wusste zwar schon im Vorfeld, was enthalten ist, aber es ist natürlich gut, wenn man sich dann bestätigt fühlt und die Dinge so sind, wie sie auch beschrieben wurden. Wir haben einen Stapel an Spielerkarten, die ich mal in die 4 Papiertütchen mit den vier Teams verpackt habe, eine simple, ausgedruckte Info-Beilage (links), ein Schnellspiel-Anleitung mit abgebildeten Spielfeld (rechts), Würfeln und Shaker sowie das zentrale Element, das Spielheft.. oder fast schon Buch.

Die Spielkarten sind auf einer Seite mit einem Logo bedruckt und auf der anderen Seite mit Spielerdaten bzw. Angaben von Spielern aus der 2020 Saison… ich habe sie nicht gezählt, dürften aber um die 100 oder bisschen mehr sein. Die Zahlenangaben werden dann beim Würfeln genutzt und im Handbuch dann den entsprechenden Werten zugeordnet – daraus ergibt sich das Spielgeschehen.

Hier haben wir das Handbuch oder nennen wir es einfach mal Spielbuch. Es ist auf dickem, fast schon Karton-artigen Papier gedruckt und als Ringmappe gebunden. Darin finden wir alles was wir brauchen und das ist wirklich Einiges…

Dicke und recht feste 28~ Papier-Seiten, doppelseitig bedruckt und mit einer Unmenge an Angaben, Details und Werten, die man zum Spielen braucht, denn bei diesem Baseballspiel geht es nicht so sehr um das oder ein Spielbrett mit irgendwelchen Figuren oder die Karten selber, sondern um die Resultate.

Seitlich gibt es auf allen Seiten ein Inhaltsverzeichnis, damit man schnell durchblättern kann und zu den notwendigen Werten kommt.

Auch sind die Spielkarten mit ihren Werten abgebildet und für was sie gut sind. Wenn man von Baseball gar keine Ahnung hat, vor allem als Europäer, ist man da ganz schnell verloren und auch ich mit meinem dezent erlernten Halbwissen dieser Sportart bin von der Vielfältigkeit der Karten und der restlichen Angaben im Buch durchaus noch etwas überrollt.

Es wird also einige Zeit brauchen, denn es sind viele Seiten und Angaben sowie Inhalte mit verschiedensten Kombinationen und Zusammenhängen, die man auch erst mal verinnerlichen muss. Also als unerfahrener Spieler und ohne Baseball-Grundkenntnisse definitiv kein Spiel für eben mal am Abend. Oder zumindest als Europäer, der nicht mit Baseball ganz normal als Teil der Alltagskultur und Schulsport seit der Kindheit aufgewachsen ist. Aber spannend!

So wie diese Tabellen hier, geht es seitenlang dahin. Die Kombination aus hier abgebildeten Abläufen, Würfeln und den Spielerkarten mit ihren Werten ergibt dann das Spielgeschehen, eine Mischung zwischen Glück und Strategie und dem richtigen LineUp und so weiter… eben ein Baseball-Manager-Strategie-Ball-Spiel.

„Drüben“ bei den Amerikanern gibt es richtige Spielergruppen und jährliche Events, Turniere und Co. und gemeinsame Drafts bzw. Spielerselektionen und Aufstellungen im Kollektiv, um dann gegeneinander anzutreten. Manche spielen auch historische Spiele nach, usw… es gibt dazu auch gesondert Spielerkarten der verschiedenen Saisonen zu kaufen. Da das Spiel seit 1951 auf dem Markt ist, gibt es viele Spieler, die hier schon seit Jahrzehnten aktiv dabei sind.

Ich mag das und freue mich auf die nächsten Tage der Entdeckung und beginne mal darin zu schmökern und hoffentlich auch ausreichend zu verstehen, um dann in Zukunft ein paar kleine Runden – hoffentlich mit Home-Run – zu spielen. Feine Sache!

Und nachdem wir ja wie erwähnt mit einem eigenen, persönlichen Brett-Golfspiel begonnen haben, werfen wir auch einen Blick in das zweite Spiel, das ich mir bestellt hatte… quasi ein analoger Golf-Brettspiel-Simulator, der sich an die Wirklichkeit anlehnt. Auch hier ist quasi das selbe Setup an Inhalt zu finden, allerdings weniger Karten-Material, dafür gibt es zwei dickere Handmappen – eine mit den Info-Details zum Spielablauf und eine mit dem Golfkurs Metro D.C. mit 18 Löchern – also ein Loch pro Seite. Außerdem auch hier eine kleine, ausgedruckte A4-Spiel-Anleitung mit Zusatzinfos, sowie natürlich auch Würfeln und einem Shaker.

Einige Karten aus 2020 in einer bedruckten Papiertüre haben wir aber trotzdem auch hier… einerseits Golfspielerkarten mit den Top 30 Spielern und ihren Spielwerten/Relationen sowie ein paar Karten für den Windeinfluss.

Schauen wir uns jetzt mal die Mappe an – ebenfalls aus recht dickem, glatten Papier mit kräftigem Farbdruck – in der sich die 18 Löcher befinden. Es gibt verschiedene, einzelne Kurse (wieder jeweils mit 18 Löchern), die man zusätzlich später kaufen kann, aber wie gesagt, hier lohnt der Import nicht, da bei 25 Dollar die Zusatzkosten des Versandes zu hoch sind. Aber ich werde sie auch nicht brauchen, denn wir haben damit genug zu tun und dann habe ich hoffentlich mein eigenes Spiel endlich fertig.

Am Anfang gibt es diverse Angaben sowie eine Beschreibung der verschiedenen Spielflächen bzw. Untergründe.

Und so schauen die einzelnen Löcher aus… das Prinzip ist recht ähnlich zum eigenen Spiel, allerdings gibt es doch Unterschiede, da sich hier zum Beispiel das Raster dem Kurs anpasst und auch mal umknickt. Aber sonst quasi vertraut zu den letzten Einträgen rund um das Thema hier im Forum.

Auch ist das Raster unterschiedlich in seinen Einheiten und auch beim Green gibt es eigene Zusatzangaben, was mir durchaus gut gefällt, ich aber bei meinem Spiel etwas anders lösen werde. Aber das grundsätzliche Spielprinzip hier lässt sich auch für ungeübte Augen durchaus erahnen. Allerdings fehlt noch eine größere Ebene, die wir uns gleich anschauen… denn wir benötigen ja abseits der Würfel, Spielerkarten und der Golfkurskarten (Maps) ja noch Werte, um das Ganze zusammenzuführen, denn bei diesem Spiel ist nicht alles nur rein Zufalls-basierend.

Denn auch beim Golfspiel hier haben wir ein dickes, solides Handbuch mit 35 Seiten, die beidseitig bedruckt sind, ebenso auf kräftigem, glatten Papier. Hier findet man alles, was man braucht, um die Karten mit den Würfeln spielen zu können. Erneut mit vielen Werten, an die man sich erst mal herantasten muss…

Ebenso wie beim Baseball-Spiel werden hier zuerst mal die Golfspieler-Karten erklärt und definiert…

Und dann sehen wir schon, womit wir es zu tun haben…. sehr, sehr viele Tabellen zum Nachschlagen. Quasi für jeden Schläger, Driver, Holz, Eisen, Putter und so weiter verschiedene Werte, die man dann anhand der Würfel-Ergebnisse zuordnet und weiternutzt.

Ich denke, hier werde ich auf jeden Fall mal Einiges als Abendlektüre zum Durchlesen haben…

Auch für die zusätzlichen Angaben auf den Karten gibt es etliche Details und ergänzende Definitionen für den Umgang damit.

Das bereits bekannte Inhaltsverzeichnis seitlich, um schnell die passenden Werte für das Spiel zu bekommen, ebenso immer im Zusammenhang mit den Würfel-Ergebnissen und den Spielerkarten, je nach Spieler-Eigenschaften.

Ich bin schon gespannt, ob es einige Ideen gibt, die interessant für das eigene Golfspiel sind, allerdings ist man hier auch schon auf einem Level, wo man merkt, dass Jahrzehnte an Erfahrung und Überlegungen, Feedback und Ideen aus der Spielergemeinschaft in das Spiel eingeflossen sind. Neu erfinden lohnt sich da definitiv nicht, denn dazu hat man eben genau dieses Spiel, dass sich in dieser Form zudem schon sehr lange bewährt und seine Fans hat.

Ich mag es auf jeden Fall jetzt schon und freue mich mal, dass sie da und heil angekommen sind. Jetzt fehlt eben nur noch die Ruhe und Muse, sich auch mal ohne gedanklichen Stress des Alltags diesen Dingen ganz entspannt und ohne Zeitdruck zu widmen und es einfach zu genießen und sich dabei fallen zu lassen…

Nachtrag

So… nachdem ich zwischenzeitlich gealtert bin und wieder ein Stricherl mehr auf der Lebensjahresliste eingetragen habe, sitze ich nun zum ersten Mal nach einem etwas mühsam Arbeitstag auf meinem kleinen, neuen „Spieltisch“. Daran merkt man wohl, dass man nun die 40 überschritten hat, wenn man dieses Stadium des „Ich sitze einfach so da“ im Leben endgültig erreicht hat. Fehlt nur mehr der Rauhaardackel unter dem Tisch und im Hintergrund Radio Maria… hust hust.

Aber… nachdem ich mich in den letzten Tagen und Wochen noch mehr in die Regeln von Baseball eingelesen hatte, habe ich mich nun auch das erste Mal vernünftig mit dem importierten US-Baseball-Spiel beschäftigt und mein erstes, echtes Spiel mit 2~3 Innings durchgeführt. Zwar sicherlich noch mit vielen Fehlern und falscher Zählung, zwei~drei Ergebnisse habe ich auch tatsächlich übersprungen, weil ich einfach nicht so genau wusste, was denn das nun im Ergebnis bedeutet und für die „Runner“ auf den Bases, aber ich hatte zumindest das Gefühl, dass es nicht (mehr) so weit weg ist von dem, wie es sich gehört.

Durch den (neuen) Drucker kann ich nun auch endlich – mehr oder weniger unendliche – Kopien von der in der Packung beigelegten Original-Scorecard machen, die ich nicht einfach für einen Test opfern wollte. Nun kann ich mich austoben und auch ausprobieren, wie denn das so alles geschrieben und eingetragen wird.

Ich bin also noch immer recht ahnungslos, aber gefühlt sehe ich zumindest die Richtung und ein wenig Licht am Ende vom Tunnel. Und eines merke ich: es macht Spaß. Ein ideales, harmloses, ruhiges und entspannendes Hobby. Kann ich nur empfehlen!

Und ich habe jetzt am Abend noch schnell Etwas gemacht vor dem Bett… im Original-Spielekarton ist auch eine schematische Karte eines Baseballfeld dabei, das einerseits Stimmung und auf der anderen Seite auch eine leichtere Orientierung geben soll, wer gerade wo wie ist und so weiter. Benötigen tut man das Spielfeld allerdings nicht, weil es sich eh durch die Reihenfolge der Karten im Stapel ergibt, aber auf der anderen Seite macht es so ein wenig mehr Spaß, wenn man die Spielerfiguren (Karten) auch über das Feld bewegt.

Allerdings gefällt mir dieser Druck nicht, er wirkt so leblos, etwas fad irgendwie und zudem ist der dünne Karton auch größer als A4 und leicht quadratisch und nimmt zuviel Platz am Tisch weg. Unhandlich. Auch benötigt man die Einsteiger-Regel-Angaben unten im Alltag nach kurzer Zeit nicht mehr und die Logos überall stören auch irgendwie… so gesehen also etwas… „naja“.

Also habe ich mir mal schnell eben im Grafikprogramm ein Foto eines Baseball-Stadions hinterlegt und darüber die Felder für die Positionen bzw. die Hauptkarten gelegt. Das Ganze dann auf etwas dickerem Papier ausgedruckt und für den Alltagsgebrauch mit einer Buch-Schutzfolie beklebt. Links habe ich noch die Abkürzungen von den ersten Seiten im Regelbuch auch gleich abgebildet, das erspart mir als Neuling das ständige Nachschauen „Moment, was war das nochmal jetzt?“ und ja… die rote Zeile ist ein versehentlicher Fehler… but who cares?!

Aber wie schon gesagt, wirklich benötigt wird dieses Spielfeld eigentlich nicht, aber auf der anderen Seite bietet es auch die Möglichkeit – abseits der befüllten Scoringcard, wo ebenfalls der Stand festgehalten wird – dass man eine Runde mal auch unterbricht, vielleicht einen oder auch ein paar Tage mehr liegen lässt und dann wieder weitermacht. Da hilft das visuelle Schema zusätzlich, um besser „am Ball“ zu bleiben und es strahlt irgendwie mehr Leben und Action aus und trägt damit auch zum entspannten Kopfkino bei einer Runde bei… dazu noch im Hintergrund eine der alten Radio-Baseball-Übertragungen und es ist einfach… fein. So kann man wirklich gut abschalten am Abend oder am Wochenende, wenn es draußen stürmt oder regnet.

Nachtrag

Ich hatte wirklich nicht mehr damit gerechnet und eigentlich diese Lieferung schon länger abgeschrieben, denn es gab keine Trackingnummer und es hatte sich im Gegensatz zu der Anderen auch sonst nie etwas dazu getan, der Status der Bestell-Order ist bis heute offen… und dann läutet es an der Türe und das kleine Packerl ist doch da. Eine Überraschung!

Denn ich hatte mir damals neben dem anderen Import (Strat-O-Matic 1986) auch die APBA Version 1986 bestellt, einfach weil ich eine komplette Season bzw. Jahr mit allen Teams wollte. Allerdings scheint es wirklich Unterschiede bei den verschiedenen Lieferungen zu geben, denn das Haupt-Spiel war damals in Relation dazu recht flott da, Strat-O-Matic war auch eine Durststrecke, aber dann doch irgendwie da und nun diese beinahe abgeschriebenen Karten, die scheinbar auch einige Hürden hinter sich haben. Aber ich habe sie nun und bin sehr glücklich und zufrieden.

Man darf übrigens so eine kleine, unscheinbare Kartensammlung mit einer länglichen Kartonschachtel mit einem Gummiringerl und ein paar Taschen nicht unterschätzen, denn beim 1986er Set sprechen wir von ca. 950 Karten bzw. Spielern. Das ist Einiges.

Eine Challenge wird allerdings noch, diese Karten den richtigen Teams (Papiertaschen) der damaligen LineUps zuzuordnen, denn die sortiert man nicht mal eben einfach so und die Spielerkarten selber haben keinen Aufdruck dazu (der Städte-Namen auf den Karten ist nur der Geburtsort) – was einerseits etwas mühsam ist für so ein Vorhaben, auf der anderen Seite kann man sich damit eben eigenständige Teams selber zusammenstellen, ohne dass dann verschiedene Team-Bezeichnungen auf den Karten stören.

Aber bei 950 Karten ist das nichts, dass man mal eben so nebenbei schnell am Abend macht, sondern das wird ein laufender Prozess immer wieder für ein paar Stunden oder wenn es an einem Wochenende mal regnet… dann kann man sich hinsetzen, Musik oder einen Film aufdrehen und nebenbei sortieren und entspannen.

Und damit hat man – wie bei Strat – genug Freiraum, um eine ganze Saison durchzuspielen. Eben klassisch Baseball.

Aber ich muss auch eines anmerken – das war es mit den Importen. Ich habe nun die Spiele vollständig, die ich schon so lange wollte als fertige, gedruckte Varianten – einmal APBA Baseball Basis + Season 1986 und einmal Strat-O-Matic Baseball Basis + Season 1986 – so dass ich keinen Bedarf für mehr habe und sehe.

Die paar anderen Spiele, die ich hier schon präsentiert habe oder präsentieren werde noch, sind entweder digital Spiele oder zum selber Ausdrucken als PDF. Damit entfällt die Lieferung und man erspart sich neben den hohen Lieferkosten (plus Extra-Zusatzkosten) auch die Zollkosten, die interessanterweise bei APBA mehr ins Gewicht fallen als bei Strat-O-Matic.

Und auch wenn es keine Unsummen sind, ist der Preis dennoch (zu) hoch, um immer wieder mal mit Saisonen aufzustocken und man hat dann auch in Summe schnell seine 200 Dollar für diese analogen Spiele erreicht. Natürlich muss man die Relation sehen… das Spiel läuft in seiner gedruckten Papier-Karton-Form nicht ab und hält bei guter Pflege Jahre- oder auch Jahrzehntelang, speziell bei APBA und Strat spielen viele ihre Sets auch manchmal schon an die 40 Jahre.

Nehmen wir vielleicht eher mal nur 10 Jahre und sagen, dass man im gesamten Monat mal auch so um die 10 Stunden in Summe seine Innings durchwürfelt (da mal 1 Stunde, dort mal 3 Stunden, usw…), dann ergibt das 120 pro Jahr und für das ganze Jahrzehnt 1200 Stunden an Spielzeit… und das ist eigentlich relativ harmlos gerechnet. Einmal spielt man sicherlich ein Monat lang vielleicht gar nichts, weil keine Zeit und keine Lust und dann hingegen investiert man wiederum ein halbes Regen- oder Sommer-Wochenende im nächsten Monat mit etliche Durchläufen, also kommt man da schon recht gut hin.

Und damit relativiert sich der Preis natürlich gegenüber dem Spielspaß und dem Hobby deutlich und wird sehr billig. Der „ROI“ ist damit deutlich höher als bei so manchen Computerspielen, wo man mal eben 40~50~60 Euro zahlt und diese nach 6 bis 60 Stunden durchgespielt hat und sie uninteressant geworden sind. Und die Karten haben eine längere Rentabilität gegenüber System-abhängigen Spielen, die ein paar Jahre später nicht mehr laufen und unterstützt werden.

Aber dennoch ist der Aufwand so einer Lieferung mit ihren Import-Kosten wirklich zu hoch. Wenn, dann nur mehr als Mitbringsel – also sprich in den USA bestellen/einkaufen lassen und jemand „bringt sie nebenbei mit“ bei einem Urlaub oder Besuch oder man geht ganz andere Wege und fertigt sich eben seine eigenen Karten an bzw. setzt auf Freeset-Karten aus der Community, die es manchmal da und dort verstreut online gibt.

Bis jetzt hat sich der Import aber zumindest für mich persönlich gelohnt, das letzte Puzzlestück für die eigene Freude ist gesetzt und damit ist es auch wieder gut…

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