Alltagspflege

Heute habe ich mal wieder – nach etwas längerer Zeit – die Pflanzen ein wenig getrimmt und vor allem auch die Schwimmpflanzen im großen Becken etwas reduziert, da sie doch recht schnell wachsen und dabei einiges an Licht nehmen.

Es ist schon beeindruckend, wie schnell solche Pflanzen wachsen können und wie groß ihr Umfang auch in kleinen Becken werden kann. Allerdings unterscheide ich – in den kleinen Becken schöpfe ich nur die Schwimmpflanzen ab, während es im großen Becken auch etwas großzügiger zugeht.

Denn dort habe ich heute ganze Stränge, inklusive Wurzeln, aus dem Becken entfernt, so dass es nun fast schon etwas leer wirkt, auf der anderen Seite aber möchte ich die Farben-Vielfalt erhöhen und mich nach etwas Rötlichem umschauen. Mittlerweile habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich das größere Becken etwas mehr kontrollieren werde, die beiden kleinen Cubes hingegen laufen als Low-Tech-Aquarien – heißt eines mit Filter und Heizstab, das Andere nur mit Heizstab.

Das Ganze hat Besatzungsgründe, denn im großen Becken treiben sich doch 4 Leopard-Panzerwelse, 15 Neons und noch ein paar Red-Fire-Garnelen, sowie etliche Amano-Garnelen herum…. sprich, hier werden Ressourcen wie Sauerstoff und Nahrung in einem größeren Umfang benötigt, als in den kleinen Becken, wo mittlerweile nur mehr je eine kleine Gruppe an Funkensalmler und ein paar Schnecken ihre Runden ziehen. Dort lässt sich das Gleichgewicht leichter steuern, als bei vielen „Verbrauchern“.

Auch wenn man noch viel Geduld haben muss, bin ich dennoch bereits gespannt, wie sich die Becken im Laufe der nächsten Monate noch verändern. Nach wie vor suche ich nämlich für die kleinen Cubes eine passende Bodenpflanze, die sich nicht gleich wieder auflöst und mit reduziertem Licht zurecht kommt… der aktuelle Lockdown schränkt jetzt leider Besuche in den Fachgeschäften ein, also werde ich hier wohl auch mal den Versand ausprobieren demnächst.

Vor dem Schnitt vor einiger Zeit…
…nach dem heutigen Tag.

Freude macht so ein Aquarium auf jeden Fall – es ist quasi analog, still und man kann sich ausgiebig damit beschäftigen und erstaunlich viel Zeit investieren und verlieren. Im positiven Sinn natürlich. 🙂

Wasserqualität

Was sich seit den letzten Einträgen noch weiter verändert hat, sind eingesetzte Wasserpflanzen an der Oberfläche. Deren Blätter schwimmen auf, während die freischwebenden Wurzeln die Nährstoffe direkt aus dem Wasser ziehen – sie gelten allgemein als guter Support, um die Wasser-Qualität hoch zu halten und auch Algenwachstum sehr gut zu unterbinden.

Auch reduzieren sie je nach Menge den Lichteinfall ein wenig, was nicht nur den Neons im großen Becken, sondern auch den kleinen Funkensalmlern in den beiden Anderen zugute kommt, da beide Fischarten von Natur aus eigentlich eher verwachsene, verworrene Lebensräume bevorzugen.

Und obwohl ich selber eigentlich viel Licht, Sonne, große, weite, freie, helle und minimalistische Flächen, Wiesen und Räume mag und generell immer eine weite, sonnige Landschaft einem dichten, grünen Wald bevorzugen werde, gefällt mir die verwachsene, leicht verschrobene Optik der Wurzeln in den Aquarien hier jedoch sehr, weil sie sich dadurch etwas natürlicher anfühlen und geben. Auch bietet die vergrößerte Oberfläche der Wurzeln einer Unzahl an Bakterien und anderen Lebewesen einen erweiterten Lebensraum und filtern, stabilisieren und unterstützen dabei den abgeschlossenen Wasserkreislauf.

Momentan finden sich sowohl einige Ableger des „Froschbisses“ in jedem Becken, als auch die kleinen, sehr schönen Salvinia auriculata-Blätter, deren Wachstum tatsächlich ganz schön flott ist – mich aber nicht stört, sondern ebenfalls äußerst willkommen ist. Mal eben einfach abschöpfen, ist wahrlich keine Herausforderung einmal die Wpoche und es ist eine entspannte Tätigkeit im dichten Alltag. 🙂

Großes Aquarium 10 – Entwicklung

Nun sind schon etliche Tage und Wochen ins Land gezogen… genauer gesagt sind seit dem Einrichten des großen Aquariums sogar mittlerweile knapp mehr als 2 Monate vergangen. Zeit also mal einen Vergleich zu ziehen, denn es hat sich ja doch Einiges seit dem ersten Tag geändert.

Erster Tag

Begonnen hat es mit zwei großen Dekosteinen plus Wurzel und einigen Klassiker-Pflanzen aus der Standard-Aquaristik. Das erste Foto im Beitrag ist direkt am Tag des Einrichten entstanden, natürlich ist da Alles mal sehr frisch, fröhlich und sauber und schon fast zu perfekt leuchtend.

Nach ca. 4 Wochen

Dieses Foto wiederum ist einige Wochen später entstanden. Die beigelegte Fotowand hatte ich zu dem Zeitpunkt mit einem schwarzen Hintergrund getauscht, der die Farben der Pflanzen und den Kontrast visuell erhöht hatte. Die Steine haben sich jedoch als Algenmagneten einerseits und irgendwie auch als Alltagshindernis sowie als Platzfresser herausgestellt. Zudem hatte ich zu dem Zeitpunkt noch den Standard-Filter und den Dekostein davor, beides in einer etwas ungünstigen Kombination – einerseits wurden die Algen dadurch befeuert und andererseits auch merkbar die Mulm-Ablagerungszone nach vorne zur Sichtscheibe verlegt… kann man durchaus etwas besser lösen.

Merkbar ist aber auch das Wachstum der mittleren Pflanzen, während die Anderen… naja, das wird wohl noch länger dauern. Fehlgeschlagen ist auch die Besiedelung mit dem Wasserschlauch (Utricularia graminifolia), egal ob in Büscheln oder in „Einzelhalmen“ gesetzt…. sie zersetzen sich. Nach dem zweiten~dritten Anlauf lasse ich es nun ganz bleiben.

Nach ca. 8~9 Wochen

Ņun ein Foto von heute: Mittlerweile sind die visuellen Veränderungen doch sehr deutlich zu sehen. Einerseits fallen natürlich die nicht mehr vorhandenen Dekosteine auf, aber auch das deutliche Wachstum der Vallisneria, die mittlerweile etliche Ausleger gebildet hat und sich langsam überall breit macht. Manche mag das stören, mich hingegen erfreut das, denn mein Ziel ist ja ein wenig Wildwuchs und dezentes Chaos. Es ist also grüner und etwas verwachsener geworden, den Neons, den übriggebliebene Garnelen und den Leopardpanzerwelsen geht es unverändert gut und die Wasserqualität wirkt dauerhaft stabil.

Hinzugekommen sind übrigens noch zwei Stränge an Wasserpest, der Rest bleibt mal so, wie er ist. Ausgelichtet wurde auch schon und zwar kurz vor diesem Foto, denn sonst wäre hinten bereits alles zu… die schwarze Rückwand habe ich wieder entfernt, jetzt ist dort einfach ein dünnes, helles Holzbrett angelehnt, irgendwie wird die visuelle Tiefe dadurch verstärkt, was es für das Auge angenehmer macht.

Auch wenn sich die Pflanzen zukünftig weiter verdichten, werde ich trotzdem nach einem kleinen, feinen Bodenwuchs Ausschau halten, um den Bewuchs noch weiter zu erhöhen. Je mehr Pflanzen, umso stabiler wird die biologische Blase in der Regel.

Es bleibt also angenehm entspannt spannend. 🙂

Aqua-Alltagsprobleme

So schön auch die Farben sind, so umfangreich und herausfordernd kann auch der Alltag damit sein. Prinzipiell laufen alle drei Aquarien eigentlich recht sang und klanglos, bisherige Algenblüten in großem Umfang sind ausgeblieben oder haben sich nach der ersten Einfahrphase binnen weniger Tage wieder gelegt. Wassertrübungen haben sich auf kleine Schwankungen nach einem Filterwechsel beschränkt und einer einmalig zu hoher (versehentlicher) Futtergabe, die Lautstärke der Filter hat sich ebenfalls recht flott reduziert (ca. 1 Woche) und die Pflanzen spielen – fast – alle mit.

Schneckentod

Aber wo Licht ist, gibt es auch Schatten. So sind mir im kleinen, ersten Cube nach einem Wasserwechsel alle kleinen Schnecken binnen weniger Stunden gestorben – bisher kannte ich das Phänomen nicht, auch haben sich keine besonderen Gründe finden lassen, außer einer der Klassiker: Kupfer. So habe auch ich im Altbau einen Durchlauferhitzer der alten Schule – sie findet man öfter in Kombination mit solchen Problemen, da durch die Warmwasseraufbereitung die Konzentration steigt. Aufgrund der kleinen Größe von Schnecken kann dies problematisch sind. Bewusst war der Zusatz von Warmwasser übrigens nicht, es hatte sich mal ergeben und ich hatte einfach mit Kaltwasser nachjustiert, bevor ich das Becken aufgefüllt hatte. Seitdem ich nur mehr mit Kaltwasser den Wechsel vollziehe und in Maßen, bleiben alle Schnecken putzmunter. Ich gehe mal davon aus, dass das Problem nun dauerhaft gelöst ist und sich die Einschätzung bewahrheitet.

Garnelentod

Das nächste Problem – die Red Fire Garnelen sterben. Die ersten, wenigen Verluste hatte ich auf das neue Becken geschoben und den Stress von Transport und Co. Vor allem auch, weil Andere recht munter weiter gewuselt haben und sich nach einigen Tagen eine Stabilität ergeben hatte. Dann ist mir jedoch im Laufe der letzten Wochen und Tage aufgefallen, dass immer weniger der Tierchen zu sehen sind. Nach genauer Kontrolle vom Becken sind mir schließlich erneut eine weitere tote und eine bereits schwächelnde Garnele aufgefallen… da ich dem kleinen Becken weiterhin noch nicht ganz traue, habe ich sie – wie es sowieso schon mal geplant war – in das große Becken zu den Neons umgesetzt.

Der wichtige Unterschied hier ist, dass die Pflanzen, Kies und Filter völlig unterschiedlich waren und es sonst auch keine Gemeinsamkeit bisher gab. Ich habe bewusst in jedem Becken Pflanzen und sonstigen Einsatz aus einer anderen Zoohandlung, so dass ich getrennte Setups fahre. Die kleinen, rot-weißen Garnelen haben sich dann auch unerwartet schnell eingelebt und seitdem munter herum gewerkt, allerdings eben um die Hälfte reduziert. Somit hatte ich das Problem auf das kleine Becken bisher geschoben und wollte die Ruhe-Phase dort verlängern und den Pflanzenwachstum stärken, um die Wasserqualität hoch zu halten.

Allerdings habe ich soeben nun auch im großen Becken eine im Sterben befindliche Garnele entdeckt, damit bleibt bald nicht mehr viel von den Kleinen übrig. Da sowohl Temperatur, Kies, Pflanzenbesatz, Fütterung und Strömung dort anders ist, schließe ich hier einen Zusammenhang mit diesen Punkten aus. Und auch wenn ich kein Freund von Werte-Messungen bin, habe ich nun die Teststreifen eingesetzt, allerdings sind die PH-Werte und Co. alle im normalen, üblichen Bereich, die man als Alltagstauglich sehen kann.

Bleibt erneut das Kupferthema von oben, da allerdings die Schnecken seit dem ersten Vorfall problemlos in allen drei Aquarien werken und sich auch gut vermehren und nur mehr Kaltwasser eingesetzt wird, klammere ich auch diesen Grund (vorsichtig) aus. Auch Pflanzenschnitt (oder Beschädigungen) schließe ich mal aus (Stichwort Oxalsäure und dergleichen), da es in dem Zeitraum auch noch keinen gab.

An einen Punkt hatte ich bisher jedoch nicht gedacht… an die Mopani-Wurzel. Mir bisher völlig unbekannt und auch gar nicht weiter in Betracht gezogen, stehen diese scheinbar unter einigen Haltern im Verdacht, generell Schwermetalle bzw. Giftstoffe abzugeben – entweder durch beim Wuchs eingelagerte Stoffe oder durch eine spätere Behandlung für den Verkauf. Hier hätte eventuell das Morkienholz bessere Dienst geleistet (angeblich harmloser), das ich aber aufgrund des Auftriebes im Kasten verstaut und vergessen hatte. Ob dem aber wirklich so ist oder es sich um eine digital Ente und Zufallskausalität handelt, kann ich so nicht sagen, auch fehlt mir die Möglichkeit hier genaue Messungen in diese Richtung vorzunehmen, aber es wirkt nach diversen Berichten mit ähnlichen Verläufen und auf den ersten Blick zumindest nach einer kleinen, theoretischen Möglichkeit. Und ich habe sie in allen drei Becken und als einzige Ausnahme alle aus dem gleichen Sortiment.

Ich werde sie nun in dem großen Aquarium mal entfernen, in dem kleinen Cube lasse ich sie noch und beobachte die dort ebenfalls eingesetzten Amano-Garnelen nun genauer. Sollten auch hier Verluste auftreten, dann werde ich auch dort das Holz entfernen… so schön es auch ist… und dann die Folgewirkungen beobachten. Schade wäre es aber natürlich, denn die warme Farbe, die Maserung und die Form heben die visuelle Optik von so einem Aquarium deutlich, aber es gibt ja alternative Hölzer… die Gesundheit der kleinen Fluffis geht auf jeden Fall vor. Edit: ich habe sie nun im kleinen Aquarium mal zuerst entfernt.

Denn andere Gründe fallen mir sonst nicht ein, zumal auch die Neons, Leopard-Panzerwelse und Funkensalmer problemlos und ohne jegliche Verluste putzmunter in den Becken herum flitzen und die Pflanzen mit Schneckenbesatz gut wachsen. Der Kies und Bodengrund ist ein Standard (sogar für Garnelenhaltung), ebenso wie Filter, Heizstab und Beleuchtung, als auch das Futter. Inklusive dem Algenmagneten, dem Kübel zum Wasserwechsel und so weiter.

Mh, wir werden sehen. Übrigens sind an den Tierchen auch keine visuellen Veränderungen zu sehen gewesen bisher, keine Aufsätze, Verfärbungen, abgestorbene Teile, befallene Stellen und andere Auffälligkeiten, die Farben generell satt und das Fressverhalten normal und scheinbar gab es auch keine übermäßigen Häutungen, soweit es mir zumindest im Alltag bei der täglichen Kontrolle aufgefallen ist. Also bleibt entweder eine Grunderkrankung oder eben ein Problem mit Giftstoffen oder sonstigen Konzentrationen. Hier werde ich mich auch mal nach einer umfangreichen Testmöglichkeit umsetzen.

Sollte es allerdings auch bei den Amano-Garnelen nochmal zu Verlusten kommen, verzichte ich auf weitere Experimente den Tierchen zuliebe und lasse es in den Becken damit bleiben, bevor nicht die Ursache ganz klar ist.

Grober Filter mit viel Strömung

Ich hatte anfänglich im großen Becken einen klassischen Standard-„Aquaball“, eines der üblichen, mehrstöckigen Alltagsmodellen an Filtern, der sehr voluminös wirkt, auch optisch keine Freude bereitet und zudem hatte ich ein nicht kleiner werdendes Problem mit Schwebepartikeln. Die gehören dazu und einiges an Material im Wasser gehört auch dazu, aber bei passender Beleuchtung doch merkbar zu hoch für einen Standard. Ich habe den Filter mehrfach kontrolliert, er hat sich zwar zugesetzt und den üblichen Biofilm und Satz aufgebaut, aber dennoch eindeutig zu viel „Luft“ bei den Füllungen und den Durchläufen. Mag sein, dass das Gerät gut ist und auch bei vielen Anderen die Bedürfnisse erfüllt und nach längere Einlaufzeit sich das Ganze noch bessert, aber ich bin es noch von ganz früher irgendwie anders gewöhnt.

Also bin ich auf einen kleinen Eckfilter aus dem Nano-Bereich umgestiegen, der nicht ganz die Liter-Leistung laut Lehrbuch erfüllt (nur 60 Liter, statt den notwendigen 90~), aber da ich ein Diana Walstad-Leser und ihrer Abhandlungen bin, bin ich sowieso eher ein Fan von dezenter Strömung, mehr Vertrauen in die Pflanzen und eines fokussierten Einsatzes.

Und das klappt nun seit dem Tausch recht gut – das Wasser ist sauber (und war es binnen eines Tages dann auch gleich), der Biobesatz auf dem Vlies baut sich zügig auf und die kurze Bakterienblüte durch den Umstieg hat sich nach 3~4 Tagen gelegt, war zudem sehr milde und dezent für einen kompletten Tausch ohne parallelen Einlauf. Bisher bin ich also zufrieden und die Strömung ist amüsanterweise recht nahe zum ersten Filter – abgesehen davon, dass die angegebenen Leistungen der Pumpvolumen sowieso nur auf dem Papier existieren und immer den Leerlauf ohne Filterbesatz berücksichtigen.

Aber auch das werden wir weiter beobachten. Und dann gibt es noch so kleine, selbsterschaffene Alltagshürden, wie ungünstig gesetzte Pflanzen für die Wartung, unpassende Rückwand, die einem dann doch nicht gefällt oder die Halterung der Deckenscheibe… aber das reicht mal für heute. 🙂

Pflanzen-Terrarium 02

Und dann gibt es noch so Waldspaziergänge, wo man etwas loses Material am Wegesrand aufsammeln kann…

…und siehe da… plötzlich hat man ein richtiges, fauniges Pflanzen-Terrarium.

Jetzt mal die nächsten Wochen immer brav feucht halten mit der Sprühpflanzen und dann ein Resümee ziehen, welche Pflanzen mit der Gestaltung, Mischung und dem Licht zurecht kommen und welche ein Fehlschlag sind. Ich bin schon recht gespannt, ob das ganze Ding ein Fehlschlag oder ein netter, kleiner, stiller Alltagsbegleiter im Wohnzimmer mit wenig Aufwand wird. 🙂